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Gehen oder leiden … und wer war jetzt schuld?

Attributionen in konflikthaften Partnerschaften im Vergleich zu beendeten Partnerschaften

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Kerstin Zühlke-Kluthke

Woran liegt es aus der Sicht selbst Betroffener, dass bei langjährig zusammenlebenden Paaren die einen sich trennen, die anderen konflikthaft zusammenleben? Auf der Basis problemzentrierter Einzelinterviews mit jeweils beiden Partnern werden Attributionsinhalte, Attributionsverhalten und Attributionsfunktionen ermittelt. Es werden Unterschiede und Gemeinsamkeiten bei konflikthaften Paaren und getrennten Paaren gefunden. Methodisch interessant wird eine inhaltsanalytische Vorgehensweise gekoppelt mit attributionstheoretischer Auswertung vor dem Hintergrund einer interpretativen Auswertung der Lebens- und Partnergeschichten. Es werden 12 Schwerpunkt-Themenfelder gefunden und Asymmetrien und Signalthemen für Trennung identifiziert. Ein Attributionsverhalten, was überwiegend an den Anderen zuschreibt, kann als Indikator für den Zufriedenheitsgrad von Partnerschaft und damit als ein wesentlicher Prädiktionsfaktor von Trennung ermittelt werden.

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4. Kausalattributionen

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4.1 Grundlagen Beinah täglich ergeben sich soziale Situationen, in denen Interaktionspartner über das Verhalten des Anderen oder auch über das eigene Verhalten nachden- ken und bestimmte Schlüsse ziehen. Der für den Zuschreibungsprozess zentrale Begrif% 6 ! was übersetzt wird mit: als Eigenschaft, Schuld, Verdienst verleihen, zuschrei- ben. Ursache, Verantwortung oder Schuld sind dabei Konstruktionen der jeweils urteilenden Person. Attributionen gehören zu den kognitiven Prozessen. Sie die- nen dazu, die Frage der Verantwortung zu klären, um eigenes und das Verhalten anderer zu verstehen und vorhersagen zu können. Dabei sind diese Kognitionen abzugrenzen zu Wahrnehmungen, da die Merkmale nicht direkt beobachtet, sondern erschlossen werden. ‚ %%6  ‚ n- ten. In dieser Arbeit wird der strenge Definitionsbegriff von Debler (1984, S. ``;  6 % Œ && ! ! der kognitive Prozesse stärker in den Blickpunkt der Psychologie rückten. Hei- der (1958) hat allerdings mit seiner naiven Verhaltenstheorie in der Sozialpsy- chologie schon bedeutend früher dafür die Grundlagen geschaffen. Jedes Individuum beobachtet Andere und sich selbst bei seinen Handlungen und versucht, daraus Rückschlüsse zu ziehen. Dieser Prozess der sozialen Wahrnehmung hat große Ähnlichkeit mit der Art und Weise wie Psychologen schließen. Daraus abgeleitet gibt es ein Modell, in dessen Rahmen das Indivi- ŒQ ! ! be- stimmen wie Menschen zuschreiben und welche Ursachen ihrem Verhalten zu- grunde liegen. Er prüft, ob Bedingungen, unter denen das zu erklärende Ereignis auftritt, mit dem Ereignis übereinstimmen. Darauf beruhen Attributionstheorien, 7 €  ! # Že- ren Ereignissen, die sie wahrnehmen, Sinn zu verleihen....

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