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Das Leben des fliehenden Diebes: Ein strafrechtliches Politikum

Zweite, überarbeitete und ergänzte Auflage

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Domenico Siciliano

Darf der angegriffene Eigentümer den Dieb erschießen, der mit der Beute flieht? Nach der immer noch herrschenden Meinung wird diese Frage unter der Annahme bejaht, daß der Angriff «nicht geringfügig» bzw. «nicht unerheblich» ist. Wie ist eine solche Meinung entstanden, nach der ein Angriff auf das Eigentum prinzipiell mit derselben Gewalt wie ein Angriff auf das Leben abgewehrt werden darf? Dieser Frage wird rechtssystematisch, rechtsphilosophisch und rechtshistorisch nachgegangen. Insbesondere wird eine «verdrängte» Aufklärung des Strafrechts rekonstruiert, die für eine Auffassung der Notwehr plädierte, in der das Leben des mit der Beute fliehenden Diebes stark geltend gemacht wird. Wichtige Komponenten dieser erfolglosen Tradition sind der Ansatz von von Globig und Huster aus dem Jahre 1783 und der Ansatz des § 427 des Entwurfs des Allgemeinen Gesetzbuchs von 1786. Beide Ansätze thematisieren die strukturelle Ungleichheit in der Gesellschaft. Damit knüpfen sie an Beccarias «Über Verbrechen und Strafen» an.

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Inhaltsverzeichnis

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Einführung zur zweiten Auflage........................................................................ 5 Einführung zur ersten Auflage .......................................................................... 7 Einleitung ........................................................................................................... 15 Erstes Kapitel: Das Leben des fliehenden Diebes .......................................... 19 A.) Gegenstand................................................................................................ 19 B.) Methode..................................................................................................... 20 Zweites Kapitel: Der Kampf ums „Notwehrrecht zu töten“ ........................ 29 A.) Die Notwehr des § 32 StGB...................................................................... 29 B.) Der Diskurs des Notwehrrechts ................................................................ 30 I.) Das Notwehrrecht (zu töten) im engeren Sinne ..................................... 31 II.) Die Begründung des Notwehrrechts ..................................................... 39 1.) Die dualistische Notwehrlehre........................................................... 40 2.) Die monistischen Notwehrlehren....................................................... 44 a.) Die rein individualistische Notwehrbegründung ........................... 44 aa.) Die Kritik an der herrschenden dualistischen Lehre................ 45 bb.) Die „rein individualistische Begründung“ im engeren Sinne................................................................................................ 46 b.) Die „rein überindividualistische“ Notwehrbegründung ................ 51 III.) Die Einschränkung des Notwehrrechts des „krassen Mißverhältnisses“........................................................................................ 55 1.) Der Bagatellangriff bzw. der „geringfügige Angriff“ ....................... 57 2.) Der „unerhebliche Angriff“ ............................................................... 63 a.) Krey................................................................................................ 63 b.) Roxin.............................................................................................. 66 c.) Erb .................................................................................................. 71 d.) Rengier ........................................................................................... 74 3.) Das Konzept der sog. „Gesamtabwägung“........................................ 75 a.) Die unerträgliche Einschränkung des Notwehrrechts (Beulke)..... 75 b.) „Der subjektive Wert des Obstes“ in der „Zeit der Not“ (Nusser) ............................................................................................... 79 4.) Zwischen Rechtsbewährungsgedanke und Proportionalitätsprinzip oder: „der seelenruhige Dieb“ und dessen „geschickte Sachverhaltsgestaltung“ (Maiwald) ................................... 91 5.) Das Konzept des Landgerichts München .......................................... 96 6.) Zur Reform des Notwehrrechts........................................................ 100 a.) „Notwehr als abgestufte und maßvolle Zwangbefugnis“ (Klesczewski) .................................................................................... 100 b.) Notwehr als „allgemeiner Rechtsgrundsatz“ (Dannecker).......... 114 10 IV.) Die Nichtanwendbarkeit des Art. 2 EMRK....................................... 116 V.) Vom Bestimmtheitsgebot zum Vorschlag einer Neuregelung des § 32 StGB .................................................................................................. 121 1.) „Dura...

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