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Dimensionen des Logischen

Eine hermeneutische Untersuchung

Friedrich Hogemann

Mit Georg Misch versucht diese Abhandlung, dem Wort seine ursprüngliche Bedeutungsfülle zurückzugeben. Mischs Konzeption einer Logik des Lebens begreift das Wort als das mächtige Wort. Die Frage nach dem Leben treibt die Fragestellung der Abhandlung über die anthropologische Konzeption Mischs hinaus zur phänomenologischen Ontologie Martin Heideggers und der Frage Josef Königs nach «Sein und Denken». Die Frage Heideggers nach dem Sein bedarf einer Tieferlegung auf ihre sprachlichen Grundlagen. «Sein» erweist sich als das ursprünglich Wahre; in seiner verbalen Form ist es das verbum demonstrativum. Diese Form ist allein den indoeuropäischen Sprachen eigen. So ist eine Grundlage gewonnen, von der aus die Frage nach der Überlieferung und den höherstufigen Gebilden erneut gestellt werden kann.

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Dritter Teil. Erkenntnis und Geschichte

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269 Einleitung In diesem Teil sei von Strukturen geschichtlicher und wissenschaftlicher Erkennt- nis die Rede. Unter ,Erkenntnis‘ seien hier die Ergebnisse exakter und beschreiben- der Wissenschaften verstanden. Werfen wir einen Blick auf den Weg, den wir bisher zurückgelegt haben. Auf der elementarsten Stufe des Verhaltens standen Ausdrucksbewegung und Inter- jektion. Ihnen fehlt die gegenständliche Richtung. Will ich sie verstehen, muss mir das Umfeld vor Augen stehen, in das hinein sie wirken. Mein Umfeld er- schließt sich mir im Sprechen einer geschichtlichen Sprache. Das bedeutet, dass Ausdrucksbewegung und Interjektion eng mit ihrer sprachlichen Verlautbarung verbunden sind. Die Zeigegeste gewinnt zu ihrem Umfeld Distanz, weit mehr noch das Wort. Nun aber werden wir ein Wissen betrachten, das von seiner Fundierung in der geschichtlichen Sprache Freiheit gewonnen hat. Freilich bedarf es weiterhin einer geschichtlichen Sprache als eines pragmatischen Bodens, als dieser Boden kann aber mehr als nur eine Sprache fungieren. Es gilt zu klären, was unter dem pragmatischen Boden von Erkenntnis zu verstehen ist und in welcher Weise beides aufeinander bezogen ist. Aber kann es für das wissenschaftliche Bewusstsein eine befremdlichere Rede geben als der obige Titel: Erkenntnis und Geschichte? Widerspricht er nicht dem fundamentalen Gebot biologischer und exakter Forschung, hermeneutische Frage- stellungen nicht zuzulassen? Diesem Erfordernis ist beizupflichten. Damit mag sich der Spezialist beruhigen. Nicht so der Philosoph. Er kann nicht darüber hinweg sehen, dass wissenschaftliche Grundrisse in geschichtlicher Zeit entstanden sind. In welcher Beziehung stehen Grundrisse einer Wissenschaft zu ihrem pragmatischen Boden? Gehören sie...

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