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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Politische Lehrjahre und erste Verschwörungen

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Die Julirevolution von 1830 weckt politische Hoffnungen in Louis-Napoléon. Zwei Jahre später beginnt er sich mit den Rêveries politiques (1832) publizi- stisch zu äußern, und es gelingt ihm, in den folgenden Jahren ein eigenes Netz- werk aufzubauen. Er wagt ein erstes Abenteuer in Straßburg (1836), das mehr als kläglich scheitert. Die Regierung unter Molé (1781-1855) zieht es vor, das Straßburger Ereignis herunterzuspielen und den Aufrührer so leise wie möglich aus Frankreich zu entfernen. Nach 1825 reist Louis-Napoléon wiederholt mit seiner Mutter Hortense de Beauharnais (1783-1837) nach Italien. Dort tritt er zusammen mit seinem Bru- der Napoleon-Louis in Kontakt mit den italienischen Carbonari, die die österrei- chische Herrschaft in Italien stürzen wollen. Der Napoleon-Kult ist den Car- bonari vertraut. Sie verfügen über enge Verbindungen zu den Freimaurern, die von den Polizeiakten dieser Zeit ausführlich belegt werden.17 Die Freimaurer werden in Frankreich von den Präfekten überwacht. Für Louis- Napoléon begünstigen seine Kontakte zu den Carbonari und den Freimaurern seine politische Karriere. Zwei neue Gefährten lernt Louis-Napoléon in Italien kennen: Francesco Arese (1805-1881), ein Carbonaro, der dem Geheimbund Junges Italien um Giuseppe Mazzini (1805-1872) angehört. Später wird Arese oft nach Schloss Arenenberg kommen, das Hortense 1817 am Bodensee in der Gemeinde Salenstein im Schweizer Kanton Thurgau erworben hat. Außerdem macht Louis-Napoléon die Bekanntschaft mit Henri Conneau (1803-1877), seinem künftigen Leibarzt, der mit ihm die Haft im Fort Ham von...

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