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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Das Zweite Kaiserreich und die Moderne

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Napoleon III. soll sich nur mäßig für die Kunst interessiert haben. In seinen Reden gibt es keine ausdrücklichen Erwähnungen der Künste, und die Zeugnisse der Zeitgenossen wie Maxime Du Camp bestätigen sein eher zurückhaltendes Interesse an der Kunst.255 Im März 1854 nach einer Salon-Diskussion über die Stellung des Künstlers notiert Delacroix in seinem Journal, ein Teil der Überle- genheit von Louis-Napoléon komme wohl daher, dass er nichts von einem Künstler habe.256 Betrachtet man die Bauwerke die während seiner Herrschaft entstehen, vom Palais de l’Industrie (1855) an den Champs-Elysées, der 1896 zugunsten des Grand und Petit Palais abgerissen wurde, das Handelsgericht (1860-1864) ge- genüber dem Justizpalast oder den Großen Lesesaal der Nationalbibliothek (1868) bis zur Oper, deren Bau 1861 begonnen wurde, einschließlich der Umge- staltung von Paris unter Haussmann, und die Erfolge der beiden Weltausstellun- gen von 1855 und 1867, ergibt sich ein anderes Bild. Der Kaiser ist es, der die Initiative ergreift und alle in seiner Macht stehenden Möglichkeiten nutzt, um die Hauptstadt zu modernisieren. Der Vielfalt der Kunststile, die sich in der Architektur sammeln, entspricht auch die Zahl der nebeneinander sich entwi- ckelnden Malstile. Der Versuch, durch Aufträge Stilelemente zu konzentrieren, hatte angesichts der großen Vielfalt, wie der Salon sie jährlich zeigte, kaum eine Chance. Eine planmäßige Kultur- und Kunstpolitik ist nur in Ansätzen erkenn- 254 Vgl. dazu: J. Sagnes, Napoléon III, op. cit., S. 438-455....

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