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Napoleon III.

Macht und Kunst

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Heiner Wittmann

Nach zwei gescheiterten Umsturzversuchen gelingt es Louis-Napoléon 1848 legal die Macht zu erringen. Er wird der erste Staatspräsident Frankreichs. Mit dem Staatsstreich vom 2. Dezember 1851 verliert er die Unterstützung vieler Künstler und Intellektueller. Als Kaiser macht er den Dialog zwischen Tradition und Moderne zu einer Strategie für eine tiefgreifende Modernisierung Frankreichs. Es ist aber die Kunst, die in jeder ihrer Ausdrucksformen und mit ihrer Überlegenheit über die Politik die Entwicklung des Zweiten Kaiserreichs maßgeblich beeinflusst. In dieser Studie werden der Beitrag und die Opposition von Künstlern, Literaten und Intellektuellen zum Zweiten Kaiserreich untersucht und vorgestellt.

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Der „Stil Second Empire“

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Durch eine Addition verschiedener Kunstrichtungen sowie mit zusätzlichem Prunk entsteht der Style Second Empire, der sich nicht nur in einer ästhetischen Disziplin zeigt, sondern der zur Ausdrucksform einer Epoche wird und sich in Architektur, Bildhauerei und dem Kunsthandwerk manifestiert. Um 1860 läßt Napoleon III. mit großem Aufwand seine Residenzen neu möblie- ren. Zu ihnen zählen außer dem Tuilerienpalast das Schloss von Fontainebleau, das Schloss von Compiègne und das Schloss in Saint-Cloud. Der vorherrschen- de Stil des Mobiliars war der Neoklassizismus.496 Der Élyséepalast, wo Louis- Napoléon als Staatspräsident residierte, wird von Joseph-Eugène Lacroix zwi- schen 1853 und 1867 restauriert.497 Im Februar 1852 bezieht Louis-Napoléon den Tuilerienpalast. Hector Lefuel wird 1852 mit der Renovierung des Palastes beauftragt. Die große Galerie im Erdgeschoss weicht u. a. dem Arbeitskabinett des Kaisers, wo an einer Wand eine große Karte von Paris ihren Platz findet. Besondere Aufmerksamkeit gebührt dem Schloss in Compiègne. Hier finden vier- bis sechsmal pro Jahr die berühmten Soireen statt, zu denen Botschafter, Minister, Intellektuelle, Wissenschaftler und Künstler gebeten werden. Nach Lefuels Plänen wird 1866 mit einem Theaterbau mit über 1000 Plätzen begon- nen, dessen Rohbau 1870 fertiggestellt wird. Etwa 15 km südöstlich von Compiègne liegt Pierrefonds. Viollet-le-Duc beginnt 1860 mit der Restaurierung, die 1870 noch nicht abgeschlossen ist. Die zeitge- nössischen Photos um 1868 zeigen die Absicht des Restaurators, ein mittelalter- liches Schloss wiedererstehen zu lassen.498 496 Vgl....

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