Show Less

Soziopolitischer Wandel und Sprachbewusstsein

Quechua-Spanisch-Bilinguale im urbanen Großraum von Cochabamba (Bolivien)

Series:

Jurek Hentschel

Vor dem Hintergrund der jüngsten soziopolitischen Transformationsprozesse in Bolivien und unter besonderer Berücksichtigung der aktuellen Sprach- und Bildungspolitik der Regierung Morales wird die traditionell konfliktive Sprachsituation des Landes thematisiert. Mittels qualitativer Methoden empirischer soziolinguistischer Forschung werden Aspekte des Sprachbewusstseins bilingualer Quechua-Spanisch-SprecherInnen im urbanen Großraum von Cochabamba analysiert. Ziel ist das Herausarbeiten von Einflüssen der aktuellen Transformationsprozesse. Können diese positiv auf die ungesicherte Zukunft des Quechua einwirken? Im Fokus der Analyse stehen die Einstellungen der Bilingualen zu den beteiligten Sprachen, zum soziopolitischen Wandel und zur Sprach- und Bildungspolitik sowie der individuelle und gesellschaftliche Sprachgebrauch.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort

Extract

Als ich im Juli 2010 nach Cochabamba reiste, um im Rahmen meiner Ma- gisterarbeit das Sprachbewusstsein bilingualer Quechua-Spanisch- Sprecher/innen zu erforschen, wusste ich nicht, was mich erwartete. Ich konnte zwar auf Erfahrungen vor Ort und auf theoretisches Vorwissen zurückgreifen und fühlte mich gut auf die Forschung vorbereitet. Mir war jedoch bewusst, dass eine empirische, soziolinguistische Forschung angesichts der unvorhersehbaren Realität ohne persönliche und methodische Offenheit und Flexibilität und insbe- sondere ohne Unterstützung nicht durchzuführen wäre. Obwohl in Cochabamba tatsächlich Vieles anders war, als zuvor gedacht, und ich mich selbst und meine Vorgehensweise ständig hinterfragen und neu ausrichten musste, konnte ich mit der Hilfe von einer Reihe von Personen mein Vorhaben verfolgen und kehrte mit einer Fülle an Material und mit reichen Erfahrungen zurück. Die Grundlage meiner Magisterarbeit war erstellt und ich konnte sie schließlich im Dezember 2011 am Institut für Romanistik der Humboldt-Universität zu Berlin einreichen. Ich freue mich nun, die Ergebnisse der Arbeit in der Reihe „Sprachen, Ge- sellschaften und Kulturen in Lateinamerika“ des Verlages Peter Lang veröffent- lichen zu können und hoffe, damit zu einem umfassenderen Verständnis über die Situation und die Zukunft des Quechua und seiner Sprecher/innen in Cocha- bamba, Bolivien und dem gesamten Andenraum beizutragen. Mein Dank gilt an allererster Stelle den Interviewpartner/innen, deren Be- reitschaft, ihr Wissen über die Sprachsituation in Cochabamba mit mir zu teilen, die Grundlage für diese Arbeit bildet. Ich danke auch den...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.