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Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz und die IFRS for SME

Eine adressatenorientierte Analyse mittelständischer Rechnungslegung

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Ahmet Yilmaz

Mit dem BilMoG hat der deutsche Gesetzgeber das reformierte Handelsgesetzbuch gezielt als Gegenentwurf zum International Financial Reporting Standard for small and medium-sized entities positioniert. Die IFRS for SME richten sich speziell an kleine und mittelständische Unternehmen, die auch der deutsche Gesetzgeber im Sinn hat, wenn er mit dem BilMoG das bewährte HGB-Bilanzrecht zu einer dauerhaften und im Verhältnis zu den internationalen Standards vollwertigen, aber kostengünstigeren und einfacheren Alternative entwickeln will. Vor diesem Hintergrund analysiert die Arbeit kritisch, ob und inwieweit der deutsche Gesetzgeber den im Kontext der Rechnungslegung relevanten Interessen und Bedürfnissen des Mittelstandes tatsächlich besser gerecht wird als die IFRS for SME. Die Beantwortung dieser Forschungsfrage erfolgt unter Rückgriff auf die Prinzipal-Agent-Theorie.

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VI. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und Ausblick

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351 VI. Zusammenfassung der wesentlichen Ergebnisse und Ausblick Die IFRS haben sich in den vergangenen Jahren als globaler Rechnungslegungs- standard etabliert. Die zunehmende Internationalisierung und Harmonisierung haben dazu geführt, dass die IFRS Eingang in die nationale Konzernrechnungs- legung kapitalmarktorientierter Unternehmen gefunden haben. Die veränderten ökonomischen und rechtlichen Rahmenbedingungen haben jedoch nicht nur die Rechnungslegung kapitalmarktorientierter Unternehmen erheblich beeinflusst, sondern auch zu einem Umbruch der Rechnungslegung im Mittelstand geführt. Derzeit konkurrieren mit dem BilMoG und den IFRS for SME zwei Rech- nungslegungssysteme um den Mittelstand als Zielgruppe. Während für das IASB die full IFRS als Vorbild und Referenzsystem für die Entwicklung der IFRS for SME dienten und die konzeptionelle Nähe des Mittelstandsstandards zu den full IFRS deutlich erkennbar ist, verfolgt der deutsche Gesetzgeber mit dem BilMoG eine ambitionierte Zielsetzung, die durchaus als Gratwanderung charakterisiert werden kann. Er intendiert zwar die Modernisierung des in die Jahre gekommenen HGB durch Aufwertung der Informationsfunktion, ohne jedoch die tradierten und bewährten Grundprinzipien handelsrechtlicher Rechnungslegung aufzugeben. Mit dem BilMoG hat sich der Gesetzgeber gegenüber den internationalen Rechnungslegungsstandards eindeutig positioniert. Er lehnt diese für den Mit- telstand ab und gibt vor, mit dem BilMoG eine vollwertige, aber kostengünstige- re und einfachere Alternative entwickelt zu haben. Die IFRS for SME seien nicht geeignet, den Bedürfnissen des Mittelstandes in ausreichender Weise Rechnung zu tragen. Vor diesem Hintergrund bestand die Zielsetzung dieser Arbeit darin, kritisch zu analysieren, ob und inwieweit der deutsche Gesetzgeber den Bedürf- nissen des...

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