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Ludwig Bechstein: Die kleinen Novellen und die Erzählungen

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801 bis 1860) ist heute vor allem durch seine Märchen- und Sagenadaptationen bekannt. Er hat aber auch zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, von denen nicht wenige zu seinen Lebzeiten äußerst erfolgreich waren. Diese Studie ist denjenigen Texten gewidmet, die der Autor selbst als seine kleinen Novellen bezeichnet. Mit einer interdisziplinären Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt, wird für jede Novelle ein dreiteiliger Kommentar erstellt. Er besteht aus einer Inhaltsangabe, der Beschreibung der semantischen und syntaktischen Besonderheiten und einer Zusammenstellung der zeitgenössischen, beziehungsweise – falls vorhanden – moderneren Kritik. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Frage nach den Quellen der einzelnen Texte und deren Bezügen zu anderen Teilen des Gesamtwerks gelegt. So lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden, und diejenigen Rezensenten werden widerlegt, die Bechstein jede Entwicklung in Bezug auf seine erzählende Prosa abgesprochen haben. Ferner lassen sich die Fremdanteile in drei postum veröffentlichten letzten Novellen identifizieren.

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3 Novellen und Phantasiegemälde (1832)

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Hildburghausen (Kesselring) 1832, zwei Bände, die seinerzeit „2 Thlr. 12“ kosteten. Band 1 enthält Der dunkle Mime, Der Maler Sebaldus und Der Lehrling zum König Salomo, Band 2: Meister Wolfram und seine Thürme, Mater dolorosa. Ein Nacht- stück und Maravi. Die Bezeichnung ,Gemälde’ im Titel verweist auf ein Charakteristikum dieser Antho- logie, denn überall spürt man hier die Nähe der Dichtung zur bildenden Kunst. Sie manifestiert sich in der Häufigkeit der für Bildunterschriften und -beschreibungen typischen Verbformen auf -(e)nd ebenso wie in dem Interesse für hochwertige Illu- strationen zu eigenen Texten; vgl. Schmidt-Knaebel (2000) Kap. 2.2.2.20: Zu nicht erschienenen phantastischen Novellen, den geplanten Erzählungen für Storchs Ta- schenbuch und für die Rosen. Der Volltext des ersten Bandes der Sammlung Novellen und Phantasiegemälde (= PhanGem) steht derzeit im Internet unter http://books.google.de zur Verfügung. Zum Texttyp der frühen Bechstein-Novelle insgesamt vgl. das Nachwort. 3.1 (= PhanGem I,1, 1-96, 96 Seiten) Der dunkle Mime Zuerst in Carl Spindler (Hg.): Zeitspiegel. Wöchentliche Lieferungen aus dem Gebiete der Romantik, der Kunst, der Geschichte, und des Lebens. München (Micha- el Lindauer’sche Verlagsbuchhandlung) 1831. 1. Jahrg. 4. Band, 241-287. In der An- thologiefassung wird eine Kapitelnummerierung eingeführt, „andre“ wird „andere“, aus „gibt“ wird „giebt“, Hervorhebungen werden i.a. getilgt, „wollt’“ wird „wollt“, „um zehn Uhr“ wird „um 10 Uhr“, aus „Ew. Durchlaucht“ wird „Euer Durchlaucht“, „hochgeschworen“ wird „hoch geschworen“. An den Inhalten nimmt Bechstein nur minimale...

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