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Ludwig Bechstein: Die kleinen Novellen und die Erzählungen

Inhalte – Kommentare – Materialien

Susanne Schmidt-Knaebel

Ludwig Bechstein (1801 bis 1860) ist heute vor allem durch seine Märchen- und Sagenadaptationen bekannt. Er hat aber auch zahlreiche Romane und Erzählungen geschrieben, von denen nicht wenige zu seinen Lebzeiten äußerst erfolgreich waren. Diese Studie ist denjenigen Texten gewidmet, die der Autor selbst als seine kleinen Novellen bezeichnet. Mit einer interdisziplinären Methode, die Arbeitsweisen der Literaturwissenschaft um die einer Linguistik literarischer Texte ergänzt, wird für jede Novelle ein dreiteiliger Kommentar erstellt. Er besteht aus einer Inhaltsangabe, der Beschreibung der semantischen und syntaktischen Besonderheiten und einer Zusammenstellung der zeitgenössischen, beziehungsweise – falls vorhanden – moderneren Kritik. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Frage nach den Quellen der einzelnen Texte und deren Bezügen zu anderen Teilen des Gesamtwerks gelegt. So lassen sich frühe von mittleren und späten Texttypen unterscheiden, und diejenigen Rezensenten werden widerlegt, die Bechstein jede Entwicklung in Bezug auf seine erzählende Prosa abgesprochen haben. Ferner lassen sich die Fremdanteile in drei postum veröffentlichten letzten Novellen identifizieren.

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7 Ein lustiger Kaufhandel. Thüringisch-hessisches Jahrmarktstückchen (1850)

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In: Der deutsche Pilger durch die Welt. Ein unterhaltender und lehrreicher Volkska- lender für alle Länder deutscher Zunge auf das Jahr 1850. 9. Jahrg. Stuttgart (62-76, 14 Seiten mit Illustrationen). Neudruck unter dem Titel: Schmalkalder Bohrer oder Ein lustiger Kaufhandel. Ein Jahrmarktsstücklein. Eisenach (Eifert und Scheibe) o.J. (um 1910). Auffällig ist der große zeitliche Abstand zwischen dem Erscheinen der Sammlung Aus Heimath und Fremde (1839) und dieser neuen Einzelnovelle, zumal es in einem Brief an Kawaczynsi vom 4. Okt. 1839 heißt: „Die Arbeiten, die ich jetzt unter der Feder habe, sind novellistisch“. Woran Bechstein im Herbst 1839 arbeitete, ist nicht bekannt, es kann sich u.a. um die 1842 gedruckte erste Fassung von Ein lu- stiger Kaufhandel gehandelt haben. Inhalt: In Waldkappel an der Wohra ist gerade Jahrmarkt, und der Bürgermeister des hessischen Städt- chens, Veit Hartmann, geht von Bude zu Bude. Mit dem Eisenwarenhändler Valtin Ros aus Schmalkalden kommt er ins Gespräch und macht einige abfällige Bemerkungen über die Bohrer, die der zum Kauf anbietet. Ein wenig von oben herab fragt er nach dem Preis für die gesamte Men- ge. Valtin Ros schlägt vor, dass er für den ersten Bohrer eine Erbse zahlt, für den nächsten zwei usw., d.h. für jeden weiteren das doppelte wie für den vorigen. Hartmann bietet dem Krämer groß- zügig ein ganzes gehäuftes Maß Erbsen für den gesamten Bohrervorrat an. Doch Ros besteht...

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