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Bernal Díaz del Castillo, Doña Marina und die hohe Kunst der Historiographie

Eine Umfeldanalyse der "Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España</I>

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Angelina Hartnagel

Mitte des 16. Jahrhunderts bringt der Soldat Bernal Díaz del Castillo die Historia Verdadera de la Conquista de la Nueva España zu Papier. Anhand einer hermeneutisch orientierten Umfeldanalyse wird in dieser Arbeit gezeigt, wie er sich auf dem für ihn ungewohnten Terrain der Historiographie als Autor inszeniert. Ein Analysefokus liegt dabei auf den Textstellen über die indigene Dolmetscherin Doña Marina, da sich hier die textgestalterischen Bemühungen des Autors sehr gut nachvollziehen lassen. Diese sind nicht nur Indikator für seine Selbstinszenierung, sondern wirken zugleich kritischen gesellschaftlichen Umfeldern in Bezug auf Doña Marina entgegen. Das Analysemodell geht zurück auf die Umfeldtheorie Eugenio Coserius.

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4. Schlussbetrachtung

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„Ohne die elementaren Kontexte, d. h. ohne Situation, ohne Sprach- und Redekontexte und ohne Wissen vermag die Sprache die sie definierenden Funktionen der Erschließung von Welt und von fremder Subjektivität nicht zu erfüllen“ (Aschenberg 1999:4). Dieses bereits zu Anfang des theoretischen Teils herangezogene Zitat von Heidi Aschenberg erfährt rückblickend auf die hier durchgeführte Umfeldanalyse unein- geschränkte Bestätigung. Die Berücksichtigung von Kontexten oder Umfeldern erweist sich als elementar für das Verständnis jedweden Textes, womit einhergeht, dass sie gleichermaßen für die Produktion desselben unerlässlich sind. Der Text kann dabei, um ein letztes Mal mit den Termini von Koch und Oesterreicher zu sprechen, sowohl ein medial phonischer als auch ein medial graphischer sein, unabhängig von seiner Konzeption. Aus dieser Tatsache ergibt sich ein weitläu- figer Anwendungshorizont für die Umfeldtheorie, deren Modell im Hinblick auf unterschiedlichste thematische Fragestellungen zum Einsatz kommen kann. Auch wenn die Coserianische Theorie noch nicht „die Gestalt einer ausgefeil- ten und auch im einzelnen ausgeführten Theorie“ (Aschenberg 1999:63) erhalten hat, kann dennoch festgehalten werden, dass wir uns auf dem besten Wege dor- thin befinden. Die mit dieser Arbeit einhergehenden aktuellsten Präzisierungen und Modifizierungen des Umfeldmodells beweisen dies unlängst. Gleiches gilt für diese in dieser Arbeit formulierten Desiderata. Die dort angesprochenen und in ersten Schritten bearbeiteten offenen Punkte sollen für zukünftige Beschäfti- gungen mit der Umfeldtheorie eine Orientierung darstellen und weitere sprach- theoretische Debatten in...

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