Show Less

Die Aufklärung des Organspendeempfängers über Herkunft und Qualität des zu transplantierenden Organs

Ärztliche Pflichten im Spannungsfeld zwischen Standardbehandlung und Neulandmedizin

Series:

Sebastian Müller

Der stetige Mangel an Organen in der Transplantationsmedizin hat dazu geführt, dass inzwischen Organe transplantiert werden, die noch vor einiger Zeit nicht übertragen worden wären. Die Arbeit befasst sich vor diesem Hintergrund mit der Frage, inwieweit der Organempfänger in den Entscheidungsprozess über die Akzeptanz eines Transplantates einzubeziehen und über die Herkunft und die Qualität des zu transplantierenden Organs aufzuklären ist.

Prices

See more price optionsHide price options
Show Summary Details
Restricted access

Kapitel 2: Die Selbstbestimmungsaufklärung im System der ärztlichen Aufklärungspflicht

Extract

7 Kapitel 2 Die Selbstbestimmungsaufklärung im System der ärztlichen Aufklärungspflicht A. Gegenstand der Selbstbestimmungsaufklärung Durch die Selbstbestimmungsaufklärung soll der Patient in die Lage versetzt werden, eine freie und eigenverantwortliche Entscheidung zu treffen.23 Die inhaltliche Ausge- staltung dieser Aufklärungspflicht wird durch die verschiedenen Arten der Selbstbe- stimmungsaufklärung konkretisiert. Allgemein wird zwischen der Diagnose-, der Ver- laufs- und der Risikoaufklärung unterschieden. Während sich die Diagnose- und Ver- laufsaufklärung auf den medizinischen Befund sowie die Art, den Umfang und die Durchführung des Eingriffes erstrecken, umfasst das Feld der Risikoaufklärung die Informationspflicht hinsichtlich der durch die Behandlung drohenden Gefahren für den Patienten.24 Bezugspunkt dieser Aufklärungspflicht ist dabei stets die in Aussicht gestellte Therapie bzw. der in Aussicht gestellte medizinische Eingriff. Aus diesem Grund wird die Selbstbestimmungsaufklärung auch als Eingriffsaufklärung bezeich- net.25 Hintergrund der Selbstbestimmungsaufklärung ist die Notwendigkeit der Einwilligung des Patienten in die konkrete Behandlung. Da „auch der zu Heilzwecken vorgenom- mene Eingriff […] die leibliche und gegebenenfalls auch die seelische Integrität des Menschen“26 berührt, bedarf dieser einer rechtfertigenden Einwilligung.27 Die Einwilli- gung in den Heileingriff ist dagegen nur wirksam, wenn der Arzt den Patienten zuvor aufgeklärt hat. Die Selbstbestimmungsaufklärung ist von der therapeutischen Aufklärung zu unter- scheiden. Ziel der therapeutischen Aufklärung ist es, durch Schutz- und Warnhinwei- se sowie Ratschläge und Verhaltensregelungen die notwendige Mitwirkung des Pati- enten sicherzustellen und mögliche Gefahren durch Selbstgefährdung zu verhin- dern.28 Aufkl...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.