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Hausväter

im Drama Lessings und des Sturms und Drangs- Über deutsche Dichtungen 7

Wolfgang Wittkowski

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Verzeichnet, verfälscht, verweigert: Kabale und Liebe Musikus Miller und Luise

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Wohl selten hat eine Uraufführung größere Wirkung gehabt als die von Schillers erstem Drama am 13. Januar 1782 in Mannheim: Das Theater glich einem Irrenhause, rollende Augen, geballte Fäus- te, stampfende Füsse, heisere Aufschreie im Zuschauerraum. Frem- de Menschen fielen einander schluchzend in die Arme, Frauen wankten, einer Ohnmacht nahe, zur Türe. Es war eine allgemeine Auflösung wie im Chaos, aus dessen Nebeln eine neue Schöpfung hervorbricht. Der anwesende Dichter wurde gefeiert und über Nacht berühmt – oder berüchtigt. Das literarische Echo war dagegen schwach. Erst als Schillers Meisterwerke vorlagen und als Grabbe, Büchner, Heb- bel zum Stil des Sturm und Drang zurückkehrten, begann man, Die Räuber als den ganz großen ersten Wurf des Dichters zu bewun- dern. Goethe konnte sich nie damit befreunden. Und heute meldet man politische Vorbehalte an. Das Württembergische Staatstheater Stuttgart dokumentierte in einem Programmheft 1974/75, was das Werk in Wirklichkeit hätte zum Ausdruck bringen sollen: In dieser Version macht Karl Moor weder seinem noch Amalias Leben ein Ende, tritt stattdessen mit ihr sein väterliches Erbe an und bereut seine Räuber-Untaten. Letzteres tut er auch bei Schiller. Und Stuttgart bescheinigt ihm: „Das revolutionäre Stück eines echten Stürmers und Drängers endet als Apologetik schlechter und unwürdiger Zustände,“ „als völlige Verwirrung.“ Hans Mayer, den man hier zitiert, hat dagegen anderswo erklärt: „Schon [...] in Schillers erstem Schauspiel [...] wird das Grundthema seiner ganzen späteren Dramatik...

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