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Königsberg 1945-1948 – Im Feuer geprüft

Berichte aus dem Leben der Restgemeinden nach 1945 in und um Königsberg- Herausgegeben von Hans Rothe

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Hugo Linck

Edited By Hans Rothe

Dieser Band enthält die beiden Berichte, die Pfarrer Hugo Linck nach seiner Ausweisung aus Königsberg (1948) veröffentlicht hatte (1950 und 1973). Pfarrer Linck war mit seiner Frau 1945 freiwillig im belagerten Königsberg bei seiner Gemeinde geblieben. Er betreute die deutschen evangelischen Christen im eroberten Ostpreußen. In «Predigtreisen», langen Fußmärschen, suchte er sie im ganzen Umland auf, um die christlichen Handlungen zu feiern (Taufe, Einsegnung, Hochzeit, Beerdigung). Nüchtern und sachlich beschreibt er, was die Menschen damals in der alten ostpreußischen Hauptstadt zu erleiden hatten. Gewalt, Hunger, Menschenfresserei, Seuchen. Und er zeigt die Hoffnung des Evangeliums. Dieses Leben der Bedrückten ist mit dem Urchristentum verglichen worden. Das Buch soll die Vergessenheit aufheben, in die Ostpreußen nach 1945 geraten ist.

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Einführung

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Nachrichten über die östlichste Provinz des früheren Deutschen Reiches, Ost- preußen, sind jetzt sehr selten geworden; viel seltener als Nachrichten über Polen und über Rußland samt seinen entlegenen Teilen jenseits des Urals. Und Kennt- nisse über Ostpreußen gehen über die bloßen Namen Kant und Herder meist kaum hinaus, und auch die fallen Jüngeren zu Ostpreußen nicht mehr ein. Frage man einen heute 16–30-Jährigen, was er von Königsberg, von der Kurischen Nehrung, von Insterburg, von Bartenstein, von Trakehnen weiß – die Antwort wird bedrückend sein. Gebildete Rheinländer können staunen, wenn sie einen Ostpreußen akzentfrei deutsch sprechen hören. Davon machen auch Kenntnisse über das Schicksal Ostpreußens und seiner Bewohner seit Ausgang des Krieges, etwa seit August 1944, keine Ausnahme. Im übrigen ist aber auch die ganze über 700-jährige Geschichte dieses Landes weitgehend unbekannt, obwohl es treffliche Darstellungen gibt.1 Und wer kennt die Schicksale der Ostpreußen und ihrer Städte bei Ausgang des Krieges und dann unter russisch-sovjetischer Herrschaft? Berichte darüber hat es natürlich gegeben, vor allem das Ostpreußische Tagebuch des Grafen Hans Lehndorff.2 Es fand seinerzeit ein breites Publikum und ist darin die einzige Ausnahme. Doch wer Antiquariatskataloge studiert, auch antiquarische Bücher kauft, wird be- merken können, daß solche Werke über den deutschen Osten, besonders über Ostpreußen seit einiger Zeit zunehmend aus öffentlichen Bibliotheken ausge- schieden werden, dort also wohl nicht mehr zugänglich sind. Dazu gehören auch...

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