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Fernsehen für Europa

Transnationale mediale Öffentlichkeit als kulturpolitischer Auftrag der EU

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Jan Büchel

Europa und Fernsehen – wie passt das zueinander? Die zwei Begriffe werden im Alltag üblicherweise nicht zusammen gedacht. Wenn das Projekt Europa jedoch auch zukünftig erfolgreich sein soll, werden die Bürger in Europa mehr miteinander über Europa kommunizieren müssen. Zahlreiche Politikbereiche und Institutionen in Europa und insbesondere auf den verschiedenen Ebenen der Europäischen Union zeichnen für den gegenwärtigen Status medialer Kommunikation in Europa verantwortlich. Wie könnte es gelingen, in einem Europa der nationalen Perspektiven und Interessen einen länderübergreifenden medialen Austausch über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Europas zu realisieren? Warum muss das Fernsehen dabei eine zentrale Rolle einnehmen? Und welche Faktoren sollten berücksichtigt werden, damit eine solche Kommunikation hinreichend wahrscheinlich wird? Auf solche Fragen bietet diese Untersuchung Antworten, um den Diskurs zum Fernsehen in Europa zu fundieren. Auf der beiliegenden CD finden sich Experteninterviews mit Vertreterinnen und Vertretern u.a. des Europäischen Parlaments, von Arte, 3SAT, EBU und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

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6. Resümee und Ausblick

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„Wenn wir diese Chance verspielen, verliert Europa vielleicht seine wichtigste Schlacht: die Schlacht um das europäische Bewusstsein der Europäer.“ Rudolf WEDEKIND (1983) Eine Eurobarometer-Umfrage der EU-Kommission belegt, dass sich nur 2 % der Befragten EU-Bürger für „wirklich gut informiert“ über die EU halten. 51 % gaben zu Protokoll, sie „wüssten ein bisschen Bescheid“, 19 % nahmen für sich keine oder fast keine Kenntnis über die EU in Anspruch. Zwei Drittel „der Eu- ropäer glauben weiterhin, dass die Informationen der nationalen Medien zu Europa unzureichend sind.“ (KOM 2005:17) Hieraus wird deutlich, dass die überwiegende Mehrheit der Befragten sich selbst keinen guten Wissensstand über die EU und deren politisches System attestiert und die nationalen Medien in ihrer Wahrnehmung diesbezüglich nur unzureichend Informationen transportie- ren. Dem Fernsehen kommt in diesem Kontext eine zentrale Rolle zu: Es ist das von den Bürgern in den Mitgliedstaaten am stärksten frequentierte und am meis- ten genutzte Medium zur Informationsgewinnung (vgl. Kapitel 5). Es nimmt des Weiteren eine wichtige Funktion sowohl als Mittler als auch als eigenständiger Produzent kultureller Bedeutung ein: „Das Fernsehen stellt Kultur her, verbrei- tet Kultur und ist in seiner spezifischen Weise selbst Kultur.“ (SIEBENHAAR 2005:195) Es gibt gleichwohl nicht ein europäisches Fernsehen. Es bestehen lediglich verschiedene Ansätze, Fernsehen mit einem transnationalen Anspruch in Europa zu machen. Es sind in der vorliegenden Untersuchung verschiedene Faktoren identifiziert worden, die den Grad der Europäisierung transnationaler Kommuni- kation bedingen. Diese sind in...

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