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Die Johanniterballei Westfalen

Unter besonderer Berücksichtigung der Lebensformen der Zentralkommende Steinfurt und ihrer Membra

Marc Sgonina

Diese Arbeit klärt die Verknüpfung der Kommende Steinfurt zu seinen Membra, vor allem jedoch ihr Wirken als Filialkommende der Ballei Westfalen. Zu diesem Zweck wurden die Tätigkeiten des Balleiers von Westfalen untersucht. Hierfür war es unabdingbar, die Arbeit der Johanniter vor Ort, d.h. in Steinfurt selbst, zu berücksichtigen. Ziel war es, ein Gesamtbild der Geschichte der Kommende herauszuarbeiten. Schwerpunkte sind dabei das institutionelle Wirken der Johanniter auf die Aspekte Wirtschaft und Politik in der Region, sowie die Einsicht in die Verwaltungsstruktur der Kommende. Der Forschungszeitraum endet mit dem Beginn des 17. Jahrhunderts. Komtur und Mitglieder des Ordens in Steinfurt waren 1622 nach Münster gezogen.

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1. Die Kommende Steinfurt und ihre Membra – Forschungsstand und Fragestellung

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1 Die Kommende Steinfurt und ihre Membra – Forschungsstand und Fragestellung Als die Visitatoren des Johanniterordens1 1495 die Kommende Steinfurt in West- falen besichtigten, beschrieben sie in ihrem Protokoll das Leben der dort woh- nenden Kapläne als „zerrüttet“ und „unehrenhaft“.2 Von „fortgesetztem Liebes- leben“ und „anderem Fehlverhalten“ ist die Rede.3 Diese Darstellung kritisiert die Mitglieder eines Ordens, der sich zuvor im Heiligen Land durch den Bau und Betrieb von Hospitälern einen Namen gemacht hatte, auf das schärfste. Ob die Johanniter in Steinfurt wirklich nach mönchischen Regeln lebten, ihre Güter zum Wohle des Ordens bewirtschafteten und sich um die Verwaltung der ihnen unterstellten Ordenshäuser in Ostfriesland und Oldenburg kümmerten, soll The- ma dieser Arbeit sein. Diese Fragen fanden in der bisherigen Forschung kaum Beachtung. Einzig die Arbeit von Bernhard Regelmeier zur Johanniterkommende in Steinfurt aus dem Jahre 1911 beschäftigte sich mit dem Ordenshaus.4 Jedoch wurden hier nicht die Visitationsprotokolle des Ordens aus dem Jahre 1495 und 1540 verwendet. Auch wurde der Zusammenhang der Kommende mit seinen Membra in Ostfriesland und Oldenburg nicht näher beschrieben. Um ein Ge- samtbild des politischen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens der Niederlas- sung Steinfurt wiederzugeben, muss allerdings der vollständige Besitz unter- sucht werden. Steinfurt war nicht nur eine einfache Niederlassung, sondern zu- gleich der Sitz der Ballei Westfalen, die den gesamten Nordwesten des Reiches umfasste.5 Erstmals wurde von Gerd-Walter Rödel das Gesamtbild des Johanni- terordens im Großpriorat Deutschland 1965 in seiner Dissertation untersucht.6 Er...

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