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Glaube und Denken

Jahrbuch der Karl-Heim-Gesellschaft- 26. Jahrgang 2013

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Edited By Martin Rothgangel and Ulrich Beuttler

Karl Heim (1874-1958) prägte als Theologe an den Universitäten Halle, Münster und seit 1920 in Tübingen Generationen von Pfarrern. Unter seinen Zuhörern befanden sich auch viele Nicht-Theologen, weil er komplizierte naturwissenschaftliche Sachverhalte zutreffend elementarisieren und zugleich den christlichen Glauben mit diesen Ergebnissen in einen fruchtbaren Dialog bringen konnte. Der 26. Jahrgang dieses Jahrbuchs widmet sich insbesondere dem Verhältnis von Weltanfang und Schöpfungsglauben sowie der (natur-)philosophischen Interpretation von physikalischen Theorien. Es möchte im Sinne Karl Heims zu einer biblisch-christlichen Orientierung in einer technisch-naturwissenschaftlich geprägten Welt anleiten.
Volume 26 of the yearbook of the German Karl Heim Society presents a variety of articles concerning the dialogue between theology and the natural sciences. The authors want to show the enduring significance of Karl Heim’s insistence on the dialogue between theology and the natural sciences, and to further the intention of the Karl Heim Society to present a biblical Christian orientation in a world shaped by technology and sciences. Though the contributions are in German, an extensive summary in English is appended to each of them.

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Ulrich H.J. Körtner: Glaube und Weltbild. Die Bedeutsamkeit des Kreuzes im Konflikt derI nterpretationen von Wirklichkeit

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9 Ulrich H.J. Körtner Glaube und Weltbild. Die Bedeutsamkeit des Kreuzes im Konflikt der Interpretationen von Wirklichkeit1 1. Soteriologische Interpretation der Wirklichkeit Der christliche Glaube gibt zu denken. Er ist denkender und verstehen- der Glaube, der nicht nur den Glaubenden selbst, sondern auch die Welt und die Wirklichkeit in bestimmter Weise zu sehen und zu verstehen lehrt. Offensichtlich hat der Glaube also nicht nur anthropologische, sondern auch weltanschauliche Implikationen und Konsequenzen. Aber es fragt sich, ob man das Selbst- und Weltverständnis des Glaubens als Menschen- und Weltbild bezeichnen oder mit einer bestimmten Weltan- schauung identifizieren darf, wobei diese beiden Begriffe nicht immer streng geschieden werden. Das moderne Religionsrecht kennt den Ter- minus der Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften. Bedeutet dies, dass Religion und Glaube lediglich eine besondere Form von Welt- anschauung sind? Oder ist der christliche Glaube ebenso wie andere Er- scheinungsweisen von Religion an ein besonderes Weltbild gebunden, ohne das seine grundlegenden Aussagen über die Wirklichkeit ihre Plausibilität verlieren? Rudolf Bultmann hat dies bekanntlich bestritten und den Glauben als subjektives Verstehen menschlicher Existenz von jedem objektivierenden Weltbild unterschieden. Der Glaube entwickelt freilich eine Interpretati- onspraxis, die sich nicht nur mit der je eigenen Existenz, sondern mit der gesamten Wirklichkeit, d.h. mit allem, was Gegenstand menschlicher Er- fahrung ist, unter dem Gesichtspunkt der Gottesrelation beschäftigt. So hat Bultmann Gott als „die Alles bestimmende Wirklichkeit“ bezeich- net.2 Von der theologischen Interpretation der Wirklichkeit ist grund- 1 Vortrag auf der 12. Jahrestagung der Rudolf-Bultmann-Gesellschaft für Hermeneuti- sche Theologie, die...

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