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Fiktionen und Realitäten

Schriftstellerinnen im deutschsprachigen Literaturbetrieb

Series:

Brigitte Jirku and Marion Schulz

Speziell für Frauen haben sich die Lebens-, Arbeits- und Rahmenbedingungen im Literaturbetrieb in den letzten 60 Jahren stark verändert und der Buchmarkt ist mehr denn je von rasanten Entwicklungen bestimmt. Die Beiträge dieses Bandes untersuchen u.a. den Einfluss dieser Veränderungen auf Wertschätzung und Bewertung literarischer Arbeit von Frauen im Literaturbetrieb, die Auswirkungen von Geschlechterstereotypen in literaturkritischer Wahrnehmung und die Selbstinszenierung und die Partizipation von Schriftstellerinnen an der Vermarktung ihres Werkes. Der Sammelband bietet vom historischen Rückblick über Gegenwartsanalyse Daten zur ökonomischen Situation und Neueinschätzungen zur literarischen Rezeption von Schriftstellerinnen.

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Awkwardness als Provokation: Gedankenspiele zu Popfeminismus, Körperpolitik und der Vermarktung literarischer Frauen

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300 Gesche Gerdes stellt�47 Das hängt im untersuchten Fall mit der hierarchischen Organisation des Webangebots zusammen, dessen Interaktivitätspotential eher mit dem ei- ner AutorInnenlesung anstatt mit (feministischen) Diskussionsforen gleich- zusetzen ist� Ein weiterer Grund für die geringe Resonanz liegt in der Hybridität des Projekts zwischen Blog und literarischem Mitschreibeprojekt: Während das gedruckte Buch schon allein durch seine paratextuellen Signale als Fiktion gekennzeichnet werden kann, beinhaltet der Onlinetext sowohl fiktionale als auch metafiktionale Elemente. Der Blog hat damit stärker den Charak- ter eines Werk- und Zitate-Archivs der Autorin Marlene Streeruwitz, denn als freies Forum für feministische Diskussionen, seien sie literarischer oder nicht-literarischer Art� Die kommunikative Absicht wird damit durch eine kumulative überschrieben oder zumindest ergänzt, so dass ich vorschlage, die Webseite nicht nur als literarisches oder intermediales Produkt zu lesen, sondern in Zukunft verstärkt ihren Stellenwert für die Poetik von Marlene Streeruwitz zu untersuchen� Es konnte gezeigt werden, dass leserseitige Par- tizipation und Empowerment zwar ein Teil der Textfunktionen sind, dass das Wir, an das Marlene Streeruwitz bzw� ihre ErzählerInnen appellieren, jedoch weniger offen und kollektiv ist, als zunächst suggeriert wird� Wie in dem zu Beginn zitierten Eintrag ersichtlich wurde, bekennt sich die Autorin zu einem modellhaften literarischen Schreiben im Prosaband, das in der ästhetischen Wirkung sehr ausdrucksstark ist� Anscheinend ist einer feministischen Le- benspraxis aber mit Modellhaftigkeit nur schwer zu begegnen, weshalb ich die geringe Beteiligung an dem Internetforum nicht als mangelndes Interesse an Feminismus als solchem...

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