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Gehirn und Zauberspruch

Archaische und mittelalterliche psychoperformative Heilspruchtexte und ihre natürlichen Wirkkomponenten- Eine interdisziplinäre Studie

Wolfgang Ernst

Seit Beginn menschlicher Kultur waren Heilkundige bemüht, Kranken auch mit geeigneten Worten zu helfen. Archaische und mittelalterliche Heilspruchtexte, bisher als magische oder per Wortakt performierende Instrumente gedeutet, werden vom Autor erstmals nach neurobiologisch möglichen Funktionsabläufen unter die Lupe genommen. Textinhalte und Wortfiguren werden nach Kriterien emotionaler Verarbeitung per frontaler Regulierung, als Reaktion auf kognitive Inkongruenzen, als Imagination von Regression und als extro- und introversive Katharsis beschrieben. Dabei zeigt sich, daß fließende reziproke Vermittlungen von Kultur zu Natur möglich waren: Wort und Ritus konnten zur Aktivierung innerer Bilder und damit neuronaler Aktivitäten bis zu immunologischen Veränderungen beitragen.

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Inhaltsverzeichnis

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Vorbemerkungen ........................................................................................... 15 A Eine kurze Forschungsgeschichte zu Entstehung, Anwendung und Wirkung des Heilspruchs und der Heilriten: Die Konstrukte des Unbegreiflichen ................................................................................... 23 A1 Der Magiebegriff in Theorie und Praxis .................................................. 23 A1.1 Historische und historisierende Rezeptionen und Deutungen von Magie und ihr Fortbestand in die Gegenwart .......................... 25 A1.2 Moderne Magie-Theorien ............................................................... 28 A1.2.1 Rationalistische Erklärungen der Magie ............................ 28 A1.2.2 Emotionalistische Erklärungen der Magie ......................... 29 A1.2.3 Die strukturalistische Erklärung der Magie durch Claude Lévi-Strauss ........................................................... 31 A1.2.3.a Ethnologie: Wildes und rationales Denken ......... 31 A1.2.3.b Das Gravitationsfeld ........................................... 32 A1.2.3.c Die Einbeziehung psychoanalytischer Theorien . 33 A1.2.3.d Der Rekurs auf Therapien des Bilderlebens/ Imagination ......................................................... 34 A1.2.3.e Neuropsychosomatische Zusammenhänge ......... 35 A1.2.4 Zwei Beispiele neuerer Magieforschung nach Lévi-Strauss ....................................................................... 36 A2 Der linguistische Zugang zu den Heilspruchtexten: Sprechakttheorie und Performativität ...................................................... 38 B Die neuropsychosoziale Struktur einer Notfallbehandlung als Triade ...... 45 B1 Der Kranke in Not ................................................................................... 46 B1.1 Hilferuf und Hilfserwartung ........................................................... 46 B1.2 Aufmerksamkeit, Erwartung und Perzeption .................................. 52 B2 Heilkundige und Helfer ........................................................................... 55 B3 Das Bündnis: Heiler und Patient in passagèrer Symbiose, Verkopplung und Entkopplung von Hirnsystemen zweier Individuen: Die neurale ‚Therapeutische Allianz‘ ...................................................... 62 B4 Soziales Umfeld, Kulturerwerb und ‚sozioneurale Hardware‘ ................ 73 10 B4.1 Das europäische Mittelalter ............................................................ 75 B4.1.1 Einige Aspekte der Gesellschaftsstruktur ........................... 76 B4.1.2 Frömmigkeitsgeschichte – Vermittlungswege: Sehen und Hören und alle Sinne ........................................ 76 B4.1.3 Christliche ‚Medialität‘ ...................................................... 80 B4.1.4 Christliche Krankenfürsorge und Krankheitsverständnis ... 81 B4.1.5 Individuum und Ich-Verständnis im Mittelalter ................. 82 B4.1.6 Hirnbiologische Prämissen von Religiosität und Spiritualität ......................................................................... 83 B4.2 Archaische Gesellschaften: Die...

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