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Das iranische Familienrecht unter der besonderen Berücksichtigung der Rechte von Frauen und Kindern

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Marjam Waladan

Das Werk befasst sich mit dem geschlechtsspezifischen iranischen Familienrecht. Ob bei der Eheschließung, den Ehewirkungen, der Scheidung oder den Scheidungsfolgen, stets spielt das Geschlecht der Beteiligten eine entscheidende Rolle, da eine Fülle der iranischen Rechtsvorschriften geschlechtsspezifisch formuliert ist. Die Kenntnis dieser iranischen Rechtsvorschriften für den deutschen Rechtsanwender – ob nun Richter oder Rechtsanwalt – ist angesichts der Anzahl der iranischen Staatsangehörigen in Deutschland von besonderer Relevanz, da die Gerichte im Falle eines Auslandsbezuges stets die Anwendung ausländischer Rechtsvorschriften prüfen müssen.

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L. Rechtfolgen außerehelicher Beziehungenim Iran

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121 L. Rechtfolgen außerehelicher Beziehungen im Iran Im Folgenden möchte ich die Rechtsfolgen außerehelicher Beziehungen für die Beteiligten darstellen und der Frage nachgehen, welche rechtlichen Konsequen- zen mit der Geburt eines außerehelichen Kindes für die Eltern und das Kind verbunden sind. Eine geschlechtliche Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau ist im Iran außerhalb einer bestehenden Ehe gesetzlich verboten und mit Strafe bedroht. Eine geschlechtliche Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau wird dann als Unzucht, zen’, bestraft, wenn die Personen ohne Vorliegen einer Ehe und in Kenntnis dieses Verbotes eine solche Beziehung eingehen.500 Entsteht durch zen’ ein Kind, so hat das Kind die Stellung eines nichtehe- lichen, ungesetzlichen Kindes, nasab-e namašru’.501 Nur ausnahmsweise ist eine geschlechtliche Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau ohne Vorliegen einer Ehe nicht mit Strafe bedroht. Dies ist dann der Fall, wenn die Beteiligten, also der Mann und die Frau infolge eines Irrtums den Geschlechtsverkehr für erlaubt gehalten haben. Ein solcher gutgläubiger Geschlechtsverkehr ist in § 1165 IZGB geregelt.502 Das Schulbuch-Beispiel hierfür ist, dass ein Mann den Geschlechtsakt mit der Ehegattin seines Zwillingsbruders vollzieht. Entsteht infolge dieser Bezie- hung ein Kind, so gilt es nur im Verhältnis zu der Frau, die den Verkehr irrig für erlaubt gehalten hat, als gesetzliches Kind. Im Verhältnis zum Erzeuger gilt das Kind als ungesetzlich.503 Bestand eine geschlechtliche Beziehung zwischen einem Mann und einer Frau, die durch eine Drucksituation oder durch eine Zwangswirkung bestimmt worden ist...

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