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Microblogs global

Eine internationale Studie zu Twitter & Co. aus der Perspektive von zehn Sprachen und elf Ländern

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Edited By Torsten Siever and Peter Schlobinski

Microblogs haben große Bedeutung neben klassischen Weblogs und Social-Networking-Plattformen wie Facebook erlangt und werden längst auch in traditionellen Medien zitiert. In diesem Band werden Mikrotexte – vorwiegend von Twitter.com – hinsichtlich sprachlicher und kommunikativer Merkmale analysiert; fünfzehn Autorinnen und Autoren untersuchen in zehn europäischen und außereuropäischen Sprachen verfasste kurze Postings. Durch die Verwendung eines gemeinsamen Analyserasters werden dabei sowohl sprachunabhängige Eigenschaften von Microblogs als auch sprachspezifische Merkmale deutlich. Untersucht wurden u. a. die Orthografie, Mündlichkeitsmerkmale, sprachökonomische, syntaktische und lexikalische Aspekte sowie die Funktionen der Mikrotexte. Zu jeder Sprache liegt eine Ergebnistabelle vor.

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3 Microblogs global: Englisch

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In diesem Artikel werden die Ergebnisse der Analysen zweier Twitter-Korpora aus dem anglophonen Sprachraum vorgestellt. Es handelt sich hierbei um ein Korpus aus Großbritannien und eines aus den USA, wobei die Kommunika- tion über Twitter für beide Sprachgemeinschaften separat erhoben wurde, da bereits bei erster Durchsicht der public time-line interessante Unterschiede zwischen den jeweiligen Sprachdaten auffielen. So schienen die BritInnen in erster Linie eine an Mündlichkeit orientierte, dialogische Kommunikation zu pflegen, während die US-AmerikanerInnen meist konventionelle Postings in Standard-Orthografie an eine breite Öffentlichkeit richteten. Gründe dafür können in den unterschiedlichen Technologiehistorien beider Länder liegen sowie in kulturellen und sprachlichen Unterschieden zwischen Großbritannien und den USA. Im Folgenden werden die Unterschiede zwischen den Korpora auf deskriptiver Ebene empirisch erfasst und erste Erklärungsversuche disku- tiert. Englisch ist eine indoeuropäische Sprache, die sich dem westlichen Zweig der germanischen Sprachen zuordnen lässt (vgl. z. B. Baugh/Cable 2002) und die im Laufe ihrer Entwicklung stark durch andere Sprachen und Kulturen beeinflusst wurde (u.a. Latein, Normannisch/Französisch und Altnordisch). Aufgrund dieser Einflüsse hat das Englische einen sehr großen Wortschatz, konservative Schätzungen gehen von etwa 500 000 Lexemen aus (vgl. z. B. Crystal 2003: 119). Das Englische hat sich zu einer isolierenden Sprache entwickelt, es gibt nur acht Flektionsmorpheme (Fromkin/Rodman/Hyams 2007: 99). Aufgrund dieses isolierenden Charakters ist die Satzstellung wenig flexibel. Das Tem- pussystem besteht aus zwei Tempora (past und present tense), die morphologisch gebildet werden, während future time durch andere...

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