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Das Konzept des Continued Growth im Leben und Werk von Margaret Fuller

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Stefanie Rechtsteiner

Continued Growth lautet das Lebensprinzip Margaret Fullers. Der Nachweis der konsequenten Orientierung Fullers an diesem philosophischen Konzept wird in diesem Buch erstmals durchgängig und in vollem Umfang erbracht. Der interdisziplinäre Ansatz vereint im Rahmen einer breiten biografischen und textuellen Analyse die Darstellung geschichtlicher Ereignisse und Schauplätze als Fullers Handlungsbühne, die Klärung der einwirkenden philosophischen Strömungen als Basis ihrer Weltanschauung und die Eruierung einer Vielzahl literarischer Einflüsse als Vorbilder und Inspiration. Deutlich wird dabei auch, dass Fuller dieses nur in einem freiheitlichen Gesellschaftssystem umsetzbare Konzept als einen Prozess verstand, der nicht nur das persönliche Leben, sondern auch weltpolitische Entwicklungen einschließt, weshalb sie ihren eigenen Anspruch auf stete Weiterentwicklung und Optimierung ebenso auf gesellschaftliche Gruppen und zuletzt sogar auf ganze Nationen übertrug.
Die Arbeit wurde 2012 mit einem Preis der Blanke-Stiftung ausgezeichnet.

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Einleitung

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In den 1830er Jahren entsteht mit dem Transzendentalismus in Neuengland eine intellektuelle Bewegung, die philosophische, religiöse, literarische und sozialkri- tische Elemente in sich vereint. Durch den Verweis auf die geographische Zu- ordnung und in Abgrenzung zur in Deutschland durch Immanuel Kant (1724- 1804)1 begründeten Transzendentalphilosophie wird diese Bewegung meist als "Amerikanischer Transzendentalismus" bezeichnet. Eine solche Spezifizierung, so merkt Thomas Wentworth Higginson (1823-1911) bereits 1884 an, sei auf- grund der Einzigartigkeit des Transzendentalismus nicht vonnöten: "[W]ith so- me truth it may be said that there never was such a thing as Transcendentalism out of New England" (105). Die Strömung ist Ausdruck eines Emanzipations- prozesses der jungen amerikanischen Geisteselite, die sich einerseits von den religiösen Glaubensvorstellungen des Unitarismus und andererseits vom kultu- rellen Vorbild des "alten" Europa löst. Obwohl der Transzendentalismus als Bewegung nur eine kurze Zeit andau- ert, hinterlässt er bis in die Gegenwart reichende Spuren, insbesondere durch die Werke Ralph Waldo Emersons (1803-1882) und Henry David Thoreaus (1817- 1862). Aufgrund der Vielschichtigkeit der Bewegung, der unterschiedlichen Charaktere, Prioritäten und Ziele ihrer Mitglieder sowie der Spannweite trans- zendentalistischer Interessen und Reformbestrebungen, ist eine verbindliche und exakte Definition sehr schwierig. Ebenso schwer wie der Transzendentalismus lässt sich eine der namhaftes- ten Vertreterinnen in Kategorien einordnen. Sarah Margaret Fuller (1810-1850), spätere Marchesa d'Ossoli, entzieht sich einer singulären Zuordnung; Grund hierfür sind sowohl ihre diversen Tätigkeitsfelder als auch ihre lebenslang er- strebte, kontinuierliche Weiterentwicklung. Fuller sorgt aufgrund ihres Bil-...

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