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Das Konzept des Continued Growth im Leben und Werk von Margaret Fuller

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Stefanie Rechtsteiner

Continued Growth lautet das Lebensprinzip Margaret Fullers. Der Nachweis der konsequenten Orientierung Fullers an diesem philosophischen Konzept wird in diesem Buch erstmals durchgängig und in vollem Umfang erbracht. Der interdisziplinäre Ansatz vereint im Rahmen einer breiten biografischen und textuellen Analyse die Darstellung geschichtlicher Ereignisse und Schauplätze als Fullers Handlungsbühne, die Klärung der einwirkenden philosophischen Strömungen als Basis ihrer Weltanschauung und die Eruierung einer Vielzahl literarischer Einflüsse als Vorbilder und Inspiration. Deutlich wird dabei auch, dass Fuller dieses nur in einem freiheitlichen Gesellschaftssystem umsetzbare Konzept als einen Prozess verstand, der nicht nur das persönliche Leben, sondern auch weltpolitische Entwicklungen einschließt, weshalb sie ihren eigenen Anspruch auf stete Weiterentwicklung und Optimierung ebenso auf gesellschaftliche Gruppen und zuletzt sogar auf ganze Nationen übertrug.
Die Arbeit wurde 2012 mit einem Preis der Blanke-Stiftung ausgezeichnet.

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4 Das Konzept des Continued Growth

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Das Konzept des Continued Growth basiert auf dem zentralen Glaubenssatz des Transzendentalismus, der in Amerika von Channing und Emerson als Self- Culture etabliert wird. Es entsteht aus einem ideellen Vakuum heraus, dessen Ursprünge in der Unzufriedenheit der Transzendentalisten mit der christlichen Lehre des Unitarismus verortet sind: "The idea of self-culture developed by Channing and Emerson satisfied an emotional want formed primarily by religi- ous training, and cultivation of the self assumed major importance to Fuller's generation as traditional Christianity became correspondingly dissatisfying" (Robinson, "Ethos" 247). Auf der Suche nach neuen, subjektiv erfahrbaren Glaubenslehren und originär amerikanischen Denkformen gelangen die Trans- zendentalisten so zu ihrer Konzeption der Selbstkultur des Menschen. 4.1 Theoretische Einführung und Begriffsklärung Inspiriert von Goethes organischem Wachstumskonzept, beeinflusst von der Vorstellung der Manifestation Gottes in der menschlichen Seele und einem na- turbezogenen Individualismus, entwerfen die Transzendentalisten ihr Modell der Selbstkultur. Self-Culture steht für das allumfassende Wachstum der Seele, die als "a dynamic organism capable of cultivation to ever-increasing harmonious growth" betrachtet wird (Robinson, "Ethos" 246). Schulz verweist auf die Tatsa- che, dass dieses Postulat vom Wachstumsgesetz der Seele Engagement zugleich ermöglicht und verlangt (100). Die Ablehnung christlicher Glaubenssätze, die nicht mit jenen Werten in Übereinstimmung zu bringen sind, die von den Trans- zendentalisten als wichtig erachteten werden, veranlasst diese dazu, ihr Gegen- konzept zu entwerfen: "Finding the Calvinist doctrines of election and depravity both morally repulsive and untrue to human nature, Channing counters them with a version of human perfectibility" (Robinson,...

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