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(Post-)Jugoslawien

Kriegsverbrechen und Tribunale in Literatur, Film und Medien

Edited By Insa Braun, Ivana Drmic, Yannic Federer and Fabienne Gilbertz

Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien und ihre Tribunalisierung erfahren weltweit eine intensive Reflexion in Literatur, Film und Medien. Dieser Band versammelt Aufsätze, die sich der künstlerischen und medialen Verarbeitung der postjugoslawischen Kriege aus unterschiedlichen Perspektiven widmen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sowohl literarische, filmische und theatrale Produktionen aus dem ehemaligen Jugoslawien, als auch künstlerische und journalistische Darstellungen aus Westeuropa und den USA. Die Beiträger fragen dabei nicht nur nach den Möglichkeiten und Grenzen einer Versprachlichung von Kriegsverbrechen, sondern problematisieren zudem die vielfältigen künstlerischen und medialen Perspektivierungen und Ästhetisierungsstrategien.

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Daniel Warwel. Sign Seeing in Sarajevo: Zeichen und Referenz in Juli Zehs „Die Stille ist ein Geräusch“

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Daniel Warwel Sign Seeing in Sarajevo: Zeichen und Referenz in Juli Zehs „Die Stille ist ein Geräusch“ Ein Schriftsteller kann nicht mehr meinen, seine zwingende Berufung bestehe darin, der Welt drau- ßen Nachrichten zukommen zu lassen. Die Nachrichten sind bekannt.1 Susan Sontag Die deutsche Schriftstellerin Juli Zeh unternahm im Sommer 2001 eine Reise durch Bosnien-Herzegowina. Mit ihrem Hund als Begleiter reiste sie über Kroa- tien durch verschiedene Städte und Regionen in Bosnien und führte ein Reiseta- gebuch, das sie später zu dem Text „Die Stille ist ein Geräusch“ montierte, der 2002 erschien.2 Knapp sechs Jahre nach dem Ende des Bosnienkrieges verspürte sie das Bedürfnis, „etwas zur Auffüllung der Lücke zwischen westlichen, von Kriegsberichterstattung geprägten Vorstellungen und den eigentlichen Verhält- nissen im Land beizutragen.“3 Der Text ist in 24 Kapitel gegliedert und berichtet von verschiedenen Etappen und Begegnungen, beispielsweise in Jajce, Mostar, Tuzla, Srebrenica und natürlich Sarajevo. Parallel zum Text existiert eine Web- seite, die Hintergründe des Krieges, der Geschichte des Landes und der Städte sowie Reisetipps zusammenträgt, allerdings kaum Informationen über Zehs konkrete Reise enthält (wie etwa eine Reiseroute).4 Gespickt ist die Seite mit Zitaten aus „Die Stille ist ein Geräusch“. Zeh positioniert sich mit „Die Stille ist ein Geräusch“ in dem Feld der post- jugoslawischen Literatur, wo auch Peter Handke mit seinem kontroversen Text „Eine winterliche Reise zu den Flüssen Donau, Save, Morawa und Drina oder Gerechtigkeit f...

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