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(Post-)Jugoslawien

Kriegsverbrechen und Tribunale in Literatur, Film und Medien

Edited By Insa Braun, Ivana Drmic, Yannic Federer and Fabienne Gilbertz

Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien und ihre Tribunalisierung erfahren weltweit eine intensive Reflexion in Literatur, Film und Medien. Dieser Band versammelt Aufsätze, die sich der künstlerischen und medialen Verarbeitung der postjugoslawischen Kriege aus unterschiedlichen Perspektiven widmen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sowohl literarische, filmische und theatrale Produktionen aus dem ehemaligen Jugoslawien, als auch künstlerische und journalistische Darstellungen aus Westeuropa und den USA. Die Beiträger fragen dabei nicht nur nach den Möglichkeiten und Grenzen einer Versprachlichung von Kriegsverbrechen, sondern problematisieren zudem die vielfältigen künstlerischen und medialen Perspektivierungen und Ästhetisierungsstrategien.

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Yannic Federer. Zweifel an der Gerechtigkeitsmaschine:Divergierende Lösungsstrategien in Hans-Christian Schmids Spielfilm „Sturm“

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Yannic Federer Zweifel an der Gerechtigkeitsmaschine: Divergierende Lösungsstrategien in Hans-Christian Schmids Spielfilm „Sturm“ 1. Einleitung Aus der durchaus überschaubaren Menge deutscher Filmproduktionen, die sich der Aufarbeitung der Kriege im ehemaligen Jugoslawien der 1990er Jahre wid- men, ist der 2009 erschienene Film „Sturm“ von Hans-Christian Schmid einer der prominentesten. Im Zentrum steht Hannah Maynard, Anklägerin am Interna- tional Criminal Tribunal for the former Yugoslavia (ICTY), dem Internationalen Strafgerichtshof für das ehemalige Jugoslawien in Den Haag. Von ihrem Vorge- setzten übernimmt sie den Prozess gegen Goran Duric1, einen bosnischen Ser- ben, dem vorgeworfen wird, im bosnischen Kasmaj ‚ethnische Säuberungen‘ befehligt zu haben. Als der Hauptzeuge, Alen Hajdarevic, im Prozess der Falschaussage überführt wird und sich umbringt, findet Hannah heraus, dass Alen zwar insofern gelogen hat, als er Duric in Kasmaj nicht selbst gesehen hat, er ansonsten aber die Wahrheit ausgesagt hat und zwar stellvertretend für seine Schwester Mira Arendt, die in Berlin mit Ehemann Jan und Sohn Simon lebt. Kurz darauf kann Hannah Alens Schwester Mira zu einer ersten Aussage bewe- gen und stößt dabei auf neue Tatsachen: Duric ist nicht nur für die Deportatio- nen in Kasmaj, sondern auch für ein bisher unbekanntes Vergewaltigungscamp in Vilina Kosa verantwortlich. Doch der Gerichtspräsident, der vorsitzende Richter und der EU-Funktionär Jonas Dahlberg, der zugleich Hannahs Liebha- ber ist, drängen aus unterschiedlichen politischen Erwägungen darauf, allein die bisherigen Vorwürfe von Kasmaj zu verhandeln und Vilina Kosa außen vor zu lassen....

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