Show Less

(Post-)Jugoslawien

Kriegsverbrechen und Tribunale in Literatur, Film und Medien

Edited By Insa Braun, Ivana Drmic, Yannic Federer and Fabienne Gilbertz

Die Kriege im ehemaligen Jugoslawien und ihre Tribunalisierung erfahren weltweit eine intensive Reflexion in Literatur, Film und Medien. Dieser Band versammelt Aufsätze, die sich der künstlerischen und medialen Verarbeitung der postjugoslawischen Kriege aus unterschiedlichen Perspektiven widmen. Im Mittelpunkt der Betrachtung stehen sowohl literarische, filmische und theatrale Produktionen aus dem ehemaligen Jugoslawien, als auch künstlerische und journalistische Darstellungen aus Westeuropa und den USA. Die Beiträger fragen dabei nicht nur nach den Möglichkeiten und Grenzen einer Versprachlichung von Kriegsverbrechen, sondern problematisieren zudem die vielfältigen künstlerischen und medialen Perspektivierungen und Ästhetisierungsstrategien.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Ivana Drmić. Die amerikanische Berichterstattung über die Kriege im ehemaligen Jugoslawien am Beispiel der„New York Times“ und der „Washington Post“

Extract

Ivana Drmić Die amerikanische Berichterstattung über die Kriege im ehemaligen Jugoslawien am Beispiel der „New York Times“ und der „Washington Post“ Die ehemalige ‚Sozialistische Föderative Republik Jugoslawien‘ (SFRJ) wurde zwischen 1943 und 1945 gegründet und bestand aus sechs Republiken, fünf Völkern, vier Sprachen, drei Religionen und einer Partei. Der auf Lebzeiten ge- wählte Präsident Josip Broz Tito führte die kommunistische Staatspartei und den gesamten jugoslawischen Staat zentralistisch. Seine Präsidentschaft war durch einen starken Personenkult gekennzeichnet. Titos Parole Brüderlichkeit und Einheit sollte den Charakter des Vielvölkerstaates unterstreichen und die süd- slawischen Völker vereinen. Nachdem Tito im Jahr 1980 gestorben war, der Kalte Krieg an sein Ende gelangte und Jugoslawien eine Periode wirtschaftlicher Stagnation erlebte, geriet die jugoslawische Brüderlichkeit und Einheit ins Wan- ken. Die ökonomische und politische Krise im sozialistischen Jugoslawien, wel- che sich bereits in Titos Todesjahr entwickelte, spitzte sich in den 1980er Jahren zu und eskalierte Anfang der 1990er Jahre in einem Krieg, der den Zerfall des Vielvölkerstaates Jugoslawien besiegeln sollte. Der Krieg begann zunächst mit dem so genannten 10-Tage-Krieg in Slowenien im Frühjahr 1991, verschob sich dann nach Kroatien und erreichte im Frühjahr 1992 Bosnien-Herzegowina. Der Jugoslawienzerfall im Jahre 1991 schien zunächst außenpolitisch eine europä- ische Angelegenheit zu sein, rückte jedoch im Laufe der 1990er Jahre und vor allem nach dem Regierungswechsel in Washington D.C. auf die außenpolitische Agenda der USA. War die Außenpolitik der...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.