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Kritischer Rationalismus heute

Zur Aktualität der Philosophie Karl Poppers

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Edited By Reinhard Neck and Harald Stelzer

Dieses Buch beleuchtet die Aktualität der Philosophie Karl Poppers, des Kritischen Rationalismus, aus dem Gesichtspunkt verschiedener Disziplinen. Den Schwerpunkt bilden Weiterentwicklungen von Fragestellungen der Wissenschafts- und Erkenntnistheorie und der politischen und Sozialphilosophie, denen sich Popper vorwiegend widmete. Darüber hinaus nimmt auch die Ethik einen wichtigen Platz ein, weil Poppers Denken normativ geprägt und von starken moralischen Impulsen geleitet war. Anwendungen beinhalten unter anderem Überlegungen zur Entscheidungstheorie, zur Religionskritik und zu den Grundlagen einer offenen Gesellschaft als politisches Gegenkonzept zu Totalitarismus und Fundamentalismus.

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Kapitel 10: Die Indeterminiertheit der normativen Ethik (Edgar Morscher)

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Kapitel 10 Die Indeterminiertheit der normativen Ethik Edgar Morscher 10.1 Einleitung Die These der Indeterminiertheit der normativen Ethik, die ich in diesem Beitrag erläutern und vertreten werde, bedient sich des Quineschen Begriffs der Indeter- miniertheit. Sie entspricht auch dem Geist von Quines Philosophie, obwohl sie in Quines Schriften nirgends explizit aufscheint. (Das mag vor allem daran liegen, dass sich Quine mehr für Moral als für Ethik und mehr für deskriptive als für nor- mative Ethik interessiert hat.) Obwohl in Quinescher Terminologie formuliert, ist die These der Indeterminiertheit der normativen Ethik mit der Ethik-Auffassung des Kritischen Rationalismus nicht bloß vereinbar, sondern zu einem guten Teil sogar mit ihr deckungsgleich, verleiht ihr aber einen zusätzlichen Akzent. 10.2 Holismus und Kritischer Rationalismus Ebenso wie Popper hat sich auch Quine nie gescheut, mit anderen Philosophen in- tellektuell die Klinge zu kreuzen. Dennoch hat es zwischen ihnen nie einen philo- sophischen “Schlagabtausch” gegeben. Das philosophische Verhältnis zwischen Popper und Quine scheint vielmehr von gegenseitigem Respekt getragen gewesen zu sein; ja man hat fast den Eindruck, sie hätten sich vor einer Konfrontation ge- scheut. Dabei hätte es genügend Konfliktstoff gegeben, an dem sich eine Ausein- andersetzung entzünden hätte können. So hat Quine z.B. zeit seines Lebens einen ziemlich unverkrampften, ja beinahe liederlichen Umgang mit der Induktion ge- pflegt, die für Popper zeit seines Lebens ein rotes Tuch war. Sein Hauptwerk Word and Object hat Quine ausgerechnet seinem “Lehrer und Freund” Rudolf Carnap...

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