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Die Entdeckung des Blutkreislaufs

Historische Entwicklung der Erkenntnisse über den Blutkreislauf- Auswirkungen auf das heutige Verständnis von Herzkreislaufkrankheiten

Konrad Wink

Die Entdeckung des Blutkreislaufs war ein langwieriger Prozess. Er reicht von der Antike bis in die Neuzeit. In der Antike kannte man keinen Kreislauf, sondern glaubte, dass das Herz eine Wärmepumpe ist, von der eine Beseelung ausgeht (Spiritus vitalis und animalis). Im Mittelalter wurde der Lungen- oder kleine Kreislauf zum Abrauchen der Fuligines über die Lunge entdeckt. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte die Entdeckung des großen Kreislaufs und in der zweiten Hälfte die Entdeckung des Blutübertritts von den Arterien zu den Venen. In den folgenden Jahrhunderten erkannte man die Bedeutung des Blutkreislaufs für die Ernährung der Organe, die differenzierte Funktion des arteriellen Gefäßsystems und die Möglichkeit, Krankheiten des Herzens und im gesamten Organismus zu erkennen und zu behandeln. Die Entwicklung der Erkenntnisse über die Entdeckung des Blutkreislaufs wurde insbesondere anhand von Originaltexten der entscheidenden Persönlichkeiten dargestellt (z.B. William Harvey).

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3. Vergleichende historische Betrachtungen über die Anatomie und Physiologie des Herzens und des Kreislaufs (5)

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3.1 Die Rolle des Herzens Vesalius suchte vergeblich die Poren in der Herzscheidewand, hing aber noch ganz der Ansicht Galens an, wenn „er die Größe Gottes bewundert, dass er den Übertritt von Blut von der rechten zur linken Herzkammer zulässt.“ Riolan ging auch noch vom Übertritt von Blut von der rechten zur linken Herzkammer aus und verglich mit der Niere, bei der ja trotz des kompakten Gewebes Flüssigkeit übertreten kann (Blut / Urin). Erst Colombo und Caesalpino leugnen die Möglichkeit des Übertritts von Blut durch die Scheidewand und kommen auf die Idee, dass das Blut leichter über die Lunge von einer in die andere Kammer gelangt. Harvey leugnet auch die Poren in der Herzscheidewand, mutet aber seinen Zeitgenossen solche in der Körperperipherie zu. Jan de Wale (1641) und Richard Lower (1669) teilen die Ansicht Harveys, Thomas Bartholinus vertritt jedoch 1651 die Ansicht, dass die Poren im Septum am toten Herzen nicht mehr nachweisbar sind. Descartes nahm noch 1637 an, dass der Auswurf des Blutes in der Diastole erfolgt, wenn das Blut in die Kammern einströmt, aufgeheizt, verdünnt und da- durch in die Arterien ausgeworfen wird. Harvey lehnte diese Theorie ab und erkannte, dass das durch die Vorhöfe in die Kammer gedrückte Blut in der Systole ausgeworfen wird und wurde in dieser Ansicht von de Wale (1641/42) bestätigt. Nach Lower (1669) bewegt nicht das Blut das Herz, sondern das Herz bewegt das Blut und nicht der Calor innatus (eingepflanzte Wärme)...

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