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Die Entdeckung des Blutkreislaufs

Historische Entwicklung der Erkenntnisse über den Blutkreislauf- Auswirkungen auf das heutige Verständnis von Herzkreislaufkrankheiten

Konrad Wink

Die Entdeckung des Blutkreislaufs war ein langwieriger Prozess. Er reicht von der Antike bis in die Neuzeit. In der Antike kannte man keinen Kreislauf, sondern glaubte, dass das Herz eine Wärmepumpe ist, von der eine Beseelung ausgeht (Spiritus vitalis und animalis). Im Mittelalter wurde der Lungen- oder kleine Kreislauf zum Abrauchen der Fuligines über die Lunge entdeckt. Erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts erfolgte die Entdeckung des großen Kreislaufs und in der zweiten Hälfte die Entdeckung des Blutübertritts von den Arterien zu den Venen. In den folgenden Jahrhunderten erkannte man die Bedeutung des Blutkreislaufs für die Ernährung der Organe, die differenzierte Funktion des arteriellen Gefäßsystems und die Möglichkeit, Krankheiten des Herzens und im gesamten Organismus zu erkennen und zu behandeln. Die Entwicklung der Erkenntnisse über die Entdeckung des Blutkreislaufs wurde insbesondere anhand von Originaltexten der entscheidenden Persönlichkeiten dargestellt (z.B. William Harvey).

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5. Die Folgen der Entdeckung des Blutkreislaufs

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Die Entdeckung des Blutkreislaufs in seiner Strömungsrichtung durch Harvey (1628) war die Voraussetzung dafür, dass man die Hämodynamik mit ihren Drü- cken, Widerständen und Volumina erforschen konnte (Carl Ludwig 1816-1895). So gelang auch Etienne Jules Marey (1830-1904) die erste unblutige Messung des Blutdrucks am Menschen und Sir James Mackenzie (1853-1925) und Karl Friedrich Wenckebach (1864-1970) studierten das Pulsverhalten und erkannten Herzrhythmusstörungen. Samuel von Bosch (1876) und Scipione Riva-Rocci (1891/96) führten die unblutige Blutdruckmessung in die Klinik ein. Sir William Gull (1816-1890) beschrieb die Hypertonie, W. Forssmann (1929) führte die Herzkatheteruntersuchung im Selbstversuch durch, wohl in erster Linie in der Absicht, herzwirksame Medikamente zur besseren Wirkung direkt ans Herz zu bringen, was später zur vollständigen diagnostischen Abklärung angeborener und erworbener Herzfehler, Durchblutungsstörungen des Herzens und Funkti- onsstörungen sowie Abklärung der Genese von Herzrhythmusstörungen führte. Otto Frank (1856-1944) und Ernst H. Starling (1866-1927) entwickelten zu- vor schon eine Pathophysiologie des Herzens. Willem Einthoven (1860-1927) gelang es, die elektrischen Erregungen des Herzens darzustellen und er war damit der Schöpfer der Elektrokardiographie (1913). Man lernte, die Herzgröße durch Abklopfen des Brustkorbs abzuschätzen (Leo- pold Auenbrugger 1722-1809). Jean Nicolas Corvisart (1755-1821) führte die Auenbruggersche Perkussion in die Klinik ein. Dem folgte die Entdeckung des Abhorchens (Auskultation) des Herzens (René Théophile Laennec 1781-1826), die durch James Hope (1832) (“A treatise on the disease of the heart and great vessels”) und durch William Stokes (1804-1878) (“An...

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