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Die «Gläserne Decke»: Fakt oder Fiktion?

Eine literarische Spurensuche in deutschsprachigen Werken von Autorinnen

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Edited By Dolors Sabaté Planes and Marion Schulz

Die Metapher Gläserne Decke steht für Hindernisse, mit denen Frauen konfrontiert sind, wenn sie in ökonomischen wie alltäglichen Bereichen in klassische Männerdomänen einzudringen suchen, etwa Anspruch auf Führungspositionen erheben. Vor rund dreißig Jahren fassten Soziologen in den USA dieses Phänomen im wirtschaftlichen Bereich als glass ceiling. Die in diesem Band zusammengestellten Analysen literarischer Texte zeigen, wie das Phänomen der Gläsernen Decke das Alltagsleben von Frauen vom 18. bis ins 21. Jahrhundert auf differenzierte, häufig unterschwellige und erschreckend selbstverständliche Weise bestimmt. Gleichzeitig schaffen sich die untersuchten Autorinnen mit ihren autobiografischen Texten, Romanen, lyrischen und dramatischen Werken Freiräume und brechen tradierte Grenzen auf.

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Rosa Pérez Zancas: „Ich wäre gern ein Mann gewesen und womöglich kein Jude.“ Ruth Klügers Durchbruch zu ihrem passend-unpassenden Beruf

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„Ich wäre gern ein Mann gewesen und womöglich kein Jude.“ Ruth Klügers Durchbruch zu ihrem passend-unpassenden Beruf Rosa Pérez Zancas Unzählige Zeugenschaften von Frauen über die Verfolgung und Ermordung von Juden durch das nationalsozialistische Regime Deutschlands wur- den bis in die 80er Jahre hinein von der Literaturwissenschaft und der Holocaustforschung missachtet oder kaum rezipiert. Die erste Tagung über Frauen im Holocaust fand erst 1983 mit dem Thema Women Surviving the Holocaust unter der Leitung von Esther Katz und Joan Ringelheim am Stern College in New York statt.1 Überlebende und Forscher, Frauen und Männer beteiligten sich an diesem Treffen.2 Erst zwölf Jahre später fand in Israel der zweite internationale Kongress, Women in the Holocaust, statt,3 an dem die Teilnehmer unter anderem über Themen wie Frauen in Arbeitslagern oder Schwangerschaften im Lager debattierten. Aufgrund der Frau enbewegungen in den 70er Jahren und den Einfluss, den diese auf die Lite raturwissenschaft hatten, entstanden neue Forschungsgebiete, die die Erinnerungen von Frauen an den Holocaust und den Zweiten Weltkrieg analysierten. Vor al- lem seit den 90er Jahren sind Zeugnisse, Geschehnisse oder gesellschaftli- che Studien über Frauen im Holocaust ans Licht gekommen, jedoch weist die Holocaustforschung von Frauen noch heute eindeutig einen Rückstand auf. Literatur von Männern wird, wie üblich, von der Öffentlich -keit und der Forschung bevorzugt. Während einer willkürlichen Durchsicht zitierter Werke in erst kürzlich veröffentlichten Forschungsberichten oder Essays über das Thema Holocaust, Holocaustliteratur oder die Beschreibung des Holocausts...

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