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Authentische Spiritualität in den Gefängnisbriefen Dietrich Bonhoeffers

Kriterien für Geistliche Begleitung heute

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Daniel Gerte

Die Forschungsarbeit liefert den Entwurf einer Spiritualitätskritik. Im Mittelpunkt steht die Ausarbeitung von Kriterien für eine lebensförderliche Spiritualität. Als Inspiration dienen dafür die Gefängnisbriefe Dietrich Bonhoeffers. Sie sind das Zeugnis eines Theologen und Widerstandskämpfers, der mitten in den Widrigkeiten des Lebens seine Glaubenstreue zum Ausdruck bringt und allen Suchenden heute wegweisende Impulse anbieten kann. Der Geistlichen Begleitung kommt in diesem Kontext eine prominente Rolle zu: sie ist der Ort, an dem sich Spiritualitätskritik bewähren muss. Dabei bezieht sie sich auf die Grundsätze einer mäeutischen, empathischen und solidarischen Haltung. Die Gefängnisbriefe Bonhoeffers möchten aufzeigen, wie eine solche Haltung an Form gewinnen kann.

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Einleitung

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1. Grundlegender Themenumriss und Problemorientierung Ein Forschungsprojekt über Spiritualität ist kein Novum. Wissenschaftliche und populäre Publikationen sind in kaum überschaubarer Anzahl in deutschen Bü- cherregalen aufzufinden. Gleiches gilt für das World-Wide-Web, das ebenfalls einen strukturierten Überblick erschwert. Es ruft Erstaunen hervor, was die auf- gerufenen Quellen, sowohl die Literatur als auch digitale Medien, alles unter Spiritualität verstehen wollen.1 Mir erschien es notwendig, dass ein Forschungs- projekt innerhalb dieses Themenbereiches, will es gelingen, von Beginn an klar abgegrenzt und strukturiert sein muss. Dies hatte den Entschluss zur Folge, den Fokus weniger auf eine breite Untersuchung verschiedener Veröffentlichungen zu legen. Zudem war es nicht mein Anliegen, eine weitere Arbeit über Grundla- gen der Spiritualität (insbesondere aus christlicher Perspektive) zu schreiben. Das haben andere bereits getan. Es ging mir auch nicht darum, eine weitere em- pirische Studie zur Thematik zu erheben. Mir war es wichtig, vielmehr die vor- handenen Ergebnisse aufzugreifen, um so einen Beitrag zur praktisch- theologischen Theoriebildung zu liefern. Welche Studien mir dafür geeignet schienen, beschreibe ich im ersten Teil. Bereits zu einem frühen Zeitpunkt des Forschungsprozesses entdeckte ich eine spannende Herausforderung. Nach der jahrzehntelangen Expansion des Spiritua- litätsbegriffes in der theologischen und soziologischen Wissenschaft (mitunter auch in der Psychologie) zeigt die Auseinandersetzung damit derzeit ein un- scharfes Bild. Eine verbindliche Definition, die eine interdisziplinäre Verständi- gung bewirken könnte, suchte ich vergebens. Noch komplizierter wurde es bei der Untersuchung meines Fachbereiches, denn innerhalb der Theologie ist eine klare...

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