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Authentische Spiritualität in den Gefängnisbriefen Dietrich Bonhoeffers

Kriterien für Geistliche Begleitung heute

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Daniel Gerte

Die Forschungsarbeit liefert den Entwurf einer Spiritualitätskritik. Im Mittelpunkt steht die Ausarbeitung von Kriterien für eine lebensförderliche Spiritualität. Als Inspiration dienen dafür die Gefängnisbriefe Dietrich Bonhoeffers. Sie sind das Zeugnis eines Theologen und Widerstandskämpfers, der mitten in den Widrigkeiten des Lebens seine Glaubenstreue zum Ausdruck bringt und allen Suchenden heute wegweisende Impulse anbieten kann. Der Geistlichen Begleitung kommt in diesem Kontext eine prominente Rolle zu: sie ist der Ort, an dem sich Spiritualitätskritik bewähren muss. Dabei bezieht sie sich auf die Grundsätze einer mäeutischen, empathischen und solidarischen Haltung. Die Gefängnisbriefe Bonhoeffers möchten aufzeigen, wie eine solche Haltung an Form gewinnen kann.

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II. TEIL

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KONZEPTION FÜR EINE KRITISCHE SPIRITUALITÄT 1. Ansätze der Kriterienbildung Statt einer umfangreichen Einleitung möchte ich diesen zweiten Teil mit einer spirituellen Betrachtung des Pfingstereignisses beginnen. Sie leitet m. E. ange- messen in die hier zu behandelnde Thematik ein und gibt Zeugnis für einen zentralen Aspekt christlicher Spiritualität. Die Hoffnung auf das Wirken des Geistes war bereits früh in der Urkirche vorhanden, Jesus selbst hatte seinen Nachfolgern einen Beistand zugesichert (vgl. Joh 14, 26; 15, 26). In der Traditi- on ist der Heilige Geist seither Ausdruck der bleibenden Gegenwart Gottes. Die Apostelgeschichte beschreibt seine Herabkunft wie folgt: „Als der Pfingsttag gekommen war, befanden sich alle am gleichen Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf je- den von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt und begannen, in fremden Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“ (Apg 2,1-4) Diese Verse spiegeln eine prägende Erfahrung der ersten Christen wider: Alle () waren zur gleichen Zeit am selben Ort, als sie vom Geist erfüllt wur- den. Dieser Augenblick ist von enormer Tragweite, denn von da an redeten die Geisterfüllten in fremden Sprachen, so, wie der Geist es eingab. Umherstehende fromme Männer aus allen Gegenden der Welt konnten plötzlich in ihrer jeweili- gen...

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