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Geographische Energieforschung

Strukturen und Prozesse im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Sicherheit

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Edited By Frank Schüssler

Die junge geographische Disziplin «Geographische Energieforschung» befindet sich im Aufwind und findet starkes öffentliches Interesse. In diesem Band werden die Resultate der dritten Jahrestagung des Arbeitskreises «Geographische Energieforschung» der Deutschen Gesellschaft für Geographie vorgelegt. Einige konzeptionelle Beiträge bilden dabei einen Schwerpunkt, darauf aufbauend folgen Artikel zu spezifischen Anwendungsbereichen und Lösungskonzepten. Alle Autoren in diesem Band eint die geographische Perspektive sowie das wissenschaftliche Interesse für das globale Megathema Energie. Gemeinsam repräsentieren die Autoren das große Spektrum der geographischen Energieforschung, innerhalb dessen jeder seine spezifischen fachlichen und regionalen Kompetenzen einbringt.

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Konflikte um Anlagen zur Energieerzeugung im Licht der Regulationstheorie

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GÜNTHER WEISS 1 STRUKTURWANDEL IM ENERGIESEKTOR Seit den 1990er Jahren sind die Bereiche der der Erzeugung, Verteilung und des Konsums von Energie einem deutlichen Wandel unterworfen. Zu nennen sind hier zum einen die Deregulierung des Strommarktes, welche zu einer Kon- kurrenz der Stromerzeuger geführt hat, verbunden mit einer Differenzierung des Produktes Strom in verschiedene Marktsegmente (z.B. Ökostrom, Billigstrom, regionaler Strom). Der entfachte Wettbewerb hat das vorher hoch standardisier- te und über Gebietsmonopole gelieferte Produkt Strom zum Gegenstand von Marketingstrategien der Energieerzeuger und von Kaufoptionen der Konsumen- ten gemacht. Zudem hat die Liberalisierung die „Stromlandschaft“ durch Koope- rationen und Fusionen von Energieversorgungsunternehmen umgestaltet; Strom wurde zu einer an Börsen und über Makler gehandelten Ware mit Ta- geskursen (IZE 2000). Zum anderen ist der Bereich der Produktion von Energie von deutlichen Veränderungen gekennzeichnet. Im Bereich der Energieerzeu- gung aus fossilen Energieträgern wird angesichts schwindender Ressourcen und steigender Nachfrage über eine bevorstehende Verknappung diskutiert, welche sich bereits in einer Verteuerung, vor allem des Energieträgers Erdöl, niedergeschlagen hat (BITZER 2006). Zugleich wurde die Gewinnung von Strom aus fossilen Ressourcen Anfang des 21. Jahrhunderts eindeutig als einer der entscheidenden Verursacher gravierender Umweltprobleme (Klimawandel) identifiziert (SCHÖNWIESE 2004). Im Kontext dieser Entwicklungen war ein Schub bei der Entwicklung neuer Techniken der Energieerzeugung auf Basis regenerativer sowie umweltfreundlicherer Energieträger (Sonne, Wind, Biomas- se, Geothermie) zu verzeichnen (BRÜCHER 2009: 180ff.). Dieser Technologie- pfad wurde ab Ende der 1990er Jahre ergänzt durch Innovationen im Bereich der konventionellen Energieerzeugung, welche...

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