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Geographische Energieforschung

Strukturen und Prozesse im Spannungsfeld zwischen Ökonomie, Ökologie und sozialer Sicherheit

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Frank Schüssler

Die junge geographische Disziplin «Geographische Energieforschung» befindet sich im Aufwind und findet starkes öffentliches Interesse. In diesem Band werden die Resultate der dritten Jahrestagung des Arbeitskreises «Geographische Energieforschung» der Deutschen Gesellschaft für Geographie vorgelegt. Einige konzeptionelle Beiträge bilden dabei einen Schwerpunkt, darauf aufbauend folgen Artikel zu spezifischen Anwendungsbereichen und Lösungskonzepten. Alle Autoren in diesem Band eint die geographische Perspektive sowie das wissenschaftliche Interesse für das globale Megathema Energie. Gemeinsam repräsentieren die Autoren das große Spektrum der geographischen Energieforschung, innerhalb dessen jeder seine spezifischen fachlichen und regionalen Kompetenzen einbringt.

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Wechselwirkungen von Politik und Markt: Entwicklung der Photovoltaik in Deutschland

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ULRICH DEWALD 1 EINLEITUNG: PHOTOVOLTAIK IM ENERGIESYSTEM Ausgelöst durch die Folgen des Klimawandels und weitere Einflussfaktoren wie den Prozess der Liberalisierung der Versorgungssektoren ist ein Umbruch der Elektrizitätswirtschaft in vielen westlichen Volkswirtschaften im Beginn begriffen oder bereits in vollem Gange (KÜNNEKE 2007; einen Überblick zu Dimensionen des Wandels netzgebundener Infrastruktursektoren liefern KONRAD et al. 2008, aus räumlicher Perspektive Monstadt 2004). Dieser Wandel betrifft neben den an Erzeugung, Handel und Verteilung beteiligten Unternehmen und regulieren- den Behörden als zentralen Akteuren vielfältige Teilbereiche der Gesellschaft, letztlich auch den einzelnen Stromverbraucher. Bezogen auf die Elektrizitäts- wirtschaft in Deutschland wurden dabei Handlungsanreize geschaffen, die zu einer Vergrößerung des Spektrums beteiligter Akteure führt. Neue Handlungs- anreize bedeuten dabei zum Beispiel, dass alternative Formen der Energieer- zeugung zum Einsatz kommen, etwa die Wind-, Biogas- oder Photovoltaiktech- nologie und neue Anbieter etwa für „grünen Strom“ auf den Markt treten. Bezo- gen auf die Betreiberseite bedeuten neue Handlungsspielräume und Akteure, dass jede Privatperson als Erzeuger im Energiemarkt auftreten kann, indem etwa ein Photovoltaiksystem auf dem eigenen Dach betrieben wird oder im Rahmen einer genossenschaftlichen Vereinigung oder Gesellschaft bürgerli- chen Rechts Windanlagen errichtet werden. Damit befindet sich der Strommarkt in einem strukturellen Umbruch, der sich neben anderen Merkmalen - etwa der Zunahme von Anbietern „Grünen Stroms“, der Entflechtung der verschiedenen Unternehmensbereiche der bis heute vertikal integrierten großen Stromerzeu- ger – eben auch in der Zunahme des Anteils der Erneuerbaren Energien zeigt. Dieser Anteil betrug im...

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