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Verbrennen wir unser Haus?

Wie Klimaschutz unsere Lebensgrundlagen zerstören kann

Markus Knoflacher

Maßnahmen zur Vermeidung von Klimaänderungen sind gesellschaftsfähig und werden deshalb kaum hinterfragt. Die genauere Analyse der Zusammenhänge zeigt jedoch, dass die Bemühungen zur Stabilisierung der Lebensbedingungen das Risiko von katastrophalen Veränderungen erhöhen. Ursachen dafür finden sich in den Eigenschaften der Ökosysteme und der menschlichen Gesellschaft selbst. Eigenschaften, die in den vorherrschenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Paradigmen nur wenig Beachtung finden. Viele Maßnahmen unter dem Titel des Klimaschutzes sind deshalb bestenfalls wirkungslos oder dienen der Befriedigung von Lobbyinteressen. Manche Maßnahmen verschärfen zusätzlich die Problematik, wie beispielsweise die Forcierung der allgemeinen Verwendung des sogenannten «Biosprits». Sinnvolle Schritte zur Bewältigung der kommenden Herausforderungen erfordern hingegen weitreichende Systemänderungen.

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2 Klima - ein stabiles Phänomen?

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2.1 Langfristige Klimadynamik 2.1.1 Klima und Wetter Der Begriff „Klimaänderung“ ist mittlerweile zu einem Synonym für drohende, weltumspannende Gefahren geworden. Zahlreiche politische Programme setzen auf die „Vermeidung von Klimaänderungen“ und viele Forschungsprojekte un­ tersuchen die möglichen Ursachen und Folgen. Dabei wird leicht vergessen, wo­ für das Wort Klima eigentlich steht. Es ist nicht das verregnete oder zu heiße Wochenende, auch nicht der zu kühle Sommer eines bestimmten Jahres, sondern die charakteristische langjährige Ausprägung von Faktoren wie Bewölkung, Wind, Lufttemperatur, Luftfeuchte oder Niederschlag5. All diese Faktoren än­ dern sich ständig im Zeitablauf über die gesamte Zeitskala - von Sekunden bis zu Milliarden von Jahren. In der meteorologischen Praxis werden kurzfristige Veränderungen der genannten Faktoren unter den Begriffen „Wetter“ oder „Witterung“ zusammengefasst, unter dem Begriff „Klima“ hingegen die charak­ teristischen Ausprägungen der Faktoren über einen Zeitraum von rund 30 Jahren. Die charakteristischen Ausprägungen umfassen nicht nur die Mittelwerte der Faktoren, sondern auch ihre Maximal- und Minimalwerte, die Schwankungen im Jahres- oder Tagesablauf usw. Diese Werte sind von großer praktischer Bedeutung für Land- und Forstwirt­ schaft, aber auch für die bauliche Gestaltung der Gebäude und für viele Bereiche unseres gesellschaftlichen Lebens. Hier liegen auch die Wurzeln der gesell­ schaftlichen Ängste vor Klimaänderungen. Alle gesellschaftlichen Planungen gehen davon aus, dass das Klima so bleibt wie es in den letzten Jahrzehnten war. In einer Gesellschaft, die sich der „wirtschaftlichen Effizienz“ verpflichtet hat, verschwinden zunehmend die...

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