Show Less

Verbrennen wir unser Haus?

Wie Klimaschutz unsere Lebensgrundlagen zerstören kann

Markus Knoflacher

Maßnahmen zur Vermeidung von Klimaänderungen sind gesellschaftsfähig und werden deshalb kaum hinterfragt. Die genauere Analyse der Zusammenhänge zeigt jedoch, dass die Bemühungen zur Stabilisierung der Lebensbedingungen das Risiko von katastrophalen Veränderungen erhöhen. Ursachen dafür finden sich in den Eigenschaften der Ökosysteme und der menschlichen Gesellschaft selbst. Eigenschaften, die in den vorherrschenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Paradigmen nur wenig Beachtung finden. Viele Maßnahmen unter dem Titel des Klimaschutzes sind deshalb bestenfalls wirkungslos oder dienen der Befriedigung von Lobbyinteressen. Manche Maßnahmen verschärfen zusätzlich die Problematik, wie beispielsweise die Forcierung der allgemeinen Verwendung des sogenannten «Biosprits». Sinnvolle Schritte zur Bewältigung der kommenden Herausforderungen erfordern hingegen weitreichende Systemänderungen.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

3 Die menschliche Gesellschaft im Spannungsfeld zwischen Klima und Energie

Extract

Wenn man die öffentlichen Diskussionen und politischen Aussagen zu Klima und Energie verfolgt, würde man annehmen, dass entsprechende Lösungen für die Vermeidung von Klimaänderungen und die Bewältigung dabei auftretender Probleme schon längst auf dem Tisch liegen. Gilt es doch nur, den Einsatz von Brennstoffen mit klimaschädlichen Wirkungen, wie Kohle oder Erdöl einzu­ schränken zugunsten von klimafreundlichen Energiequellen - wie Biomasse, Wind- oder Solarenergie. Zudem wäre eine Erhöhung der Energieeffizienz zu erwarten, vor allem durch Minderung der technologisch bedingten Energiever­ luste. Wo sollte es da noch offene Fragen geben - oder gibt es diese vielleicht doch? 3.1 „Emanzipation“ aus evolutionären Zwängen Seit rund eineinhalb Milliarden Jahren beruhen die Evolutionsprozesse überwie­ gend auf der Zufuhr von Sonnenenergie. Dieser Energiefluss ist für die einzelnen Arten entweder direkt über die Fotosynthese oder indirekt über die, in organi­ schem Material gespeicherte, nutzbare Energie zugänglich. Extrem variabel wa­ ren hingegen die Rahmenbedingungen der unbelebten Natur, beispielsweise die Verteilung der Festlandgebiete und Meere oder Klimabedingungen, die als abio- tisches terrestrisches System zusammengefasst werden (Abbildung 9). Durch die Evolutionsprozesse verändern sich auch laufend die Arten und damit die bioti­ schen Rahmenbedingungen in den Ökosystemen. Trotz der unterschiedlichen Artenzusammensetzungen sind auf der Ebene der Ökosysteme spezifische emer­ gente Ordnungsmuster identifizierbar75. Die Abhängigkeit fast aller Arten von einem Energiefluss führt zwangsläufig zu starken interspezifischen Wechselwir­ kungen. Wegen der räumlichen und zeitlichen Varianz der Rahmenbedingungen des abiotischen Systems und der Intensit...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.