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Verbrennen wir unser Haus?

Wie Klimaschutz unsere Lebensgrundlagen zerstören kann

Markus Knoflacher

Maßnahmen zur Vermeidung von Klimaänderungen sind gesellschaftsfähig und werden deshalb kaum hinterfragt. Die genauere Analyse der Zusammenhänge zeigt jedoch, dass die Bemühungen zur Stabilisierung der Lebensbedingungen das Risiko von katastrophalen Veränderungen erhöhen. Ursachen dafür finden sich in den Eigenschaften der Ökosysteme und der menschlichen Gesellschaft selbst. Eigenschaften, die in den vorherrschenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Paradigmen nur wenig Beachtung finden. Viele Maßnahmen unter dem Titel des Klimaschutzes sind deshalb bestenfalls wirkungslos oder dienen der Befriedigung von Lobbyinteressen. Manche Maßnahmen verschärfen zusätzlich die Problematik, wie beispielsweise die Forcierung der allgemeinen Verwendung des sogenannten «Biosprits». Sinnvolle Schritte zur Bewältigung der kommenden Herausforderungen erfordern hingegen weitreichende Systemänderungen.

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4 Komplexität - an den Grenzen menschlicher Erkenntnisfähigkeit

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4.1 Unbequeme Fragen Warum stoßen wir bei näherer Betrachtung von menschlichen Entscheidungen immer wieder auf Spuren von Verdrängung und Vereinfachung? Wäre es nicht vernünftiger, Entscheidungen im Sinne „ganzheitlichen Denkens“ gründlich vor­ zubereiten und mit Bedacht zu fällen? Antworten auf diese Fragen werden sehr unterschiedlich ausfallen - je nach persönlichem Standpunkt und Werthaltung. Auch mit verständnislosen Gegen­ fragen ist - wie „Wo sind Zusammenhänge zwischen Energie und Erkenntnis zu sehen?“ - ist zu rechnen. Wo die Zusammenhänge liegen, ist sicher nicht auf den ersten Blick erkennbar, weil in den industrialisierten Ländern die Verwendung unterschiedlichster Energieformen alltäglich und selbstverständlich ist. So selbstverständlich, dass auch in den Zukunftsvisionen von Expertinnen und Ex­ perten kaum differenzierte Vorstellungen über Änderungen unserer Lebensbe­ dingungen zu finden sind. Wer gegenwärtig sowohl in Expertengremien zur Vermeidung von Klimaänderungen als auch zur Zukunft der Energieversorgung arbeitet, wird eine gesellschaftliche Schizophrenie beobachten. Expertengremien zur Vermeidung von Klimaänderungen gehen davon aus, dass ihre Empfehlun­ gen und Vorschläge zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen von der Ge­ sellschaft auch weitgehend umgesetzt werden. Expertengremien zur Zukunft der Energieversorgung neigen hingegen zu den Annahmen, dass in den nächsten Jahrzehnten kaum Änderungen des Nutzungsverhaltens zu erwarten sind. Zudem können beide Gruppen ihre Annahmen oft wissenschaftlich solide untermauern. Wenn wir annehmen, dass in beiden Gruppen Menschen mit ähnlichen intellek­ tuellen Fähigkeiten vertreten sind stellt sich die Frage wieso es zu so unter­ schiedlichen Annahmen kommt. Hier...

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