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Verbrennen wir unser Haus?

Wie Klimaschutz unsere Lebensgrundlagen zerstören kann

Markus Knoflacher

Maßnahmen zur Vermeidung von Klimaänderungen sind gesellschaftsfähig und werden deshalb kaum hinterfragt. Die genauere Analyse der Zusammenhänge zeigt jedoch, dass die Bemühungen zur Stabilisierung der Lebensbedingungen das Risiko von katastrophalen Veränderungen erhöhen. Ursachen dafür finden sich in den Eigenschaften der Ökosysteme und der menschlichen Gesellschaft selbst. Eigenschaften, die in den vorherrschenden wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Paradigmen nur wenig Beachtung finden. Viele Maßnahmen unter dem Titel des Klimaschutzes sind deshalb bestenfalls wirkungslos oder dienen der Befriedigung von Lobbyinteressen. Manche Maßnahmen verschärfen zusätzlich die Problematik, wie beispielsweise die Forcierung der allgemeinen Verwendung des sogenannten «Biosprits». Sinnvolle Schritte zur Bewältigung der kommenden Herausforderungen erfordern hingegen weitreichende Systemänderungen.

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8 Schlussfolgerungen

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In der gegenwärtigen gesellschaftlichen und politischen Diskussion über den Umgang mit Klimaänderungen und die Sicherung zukünftiger Energieversor­ gung zeigen sich viele Widersprüche und Tendenzen zu kurzsichtigem Handeln. Nicht hinterfragte Paradigmen - beispielsweise jenes der „erneuerbaren Energie“ - lassen viel Spielraum für Scheinlösungen und die Durchsetzung von Lobbyin­ teressen. A uf den Grundlagen dieser Denkstrukturen hat sich in den letzten Jahrzehnten aus den Bemühungen, Agrarüberschüsse zu verwerten, eine stetig wachsende Bewegung entwickelt, die so genannte „Biotreibstoffe“ propagiert. Die kriti­ schen Gegenstimmen konzentrieren sich dabei vor allem auf die damit verbun­ denen nachteiligen Auswirkungen auf die Lebensmittelproduktion und Lebens­ mittelpreise. Warnungen vor langfristig negativen Auswirkungen auf die Öko­ systeme finden hingegen kam Gehör. Dafür sind unterschiedliche Gründe anzuführen: - Organische Materialien lassen sich mit relativ geringem technischen Aufwand für die Energieumwandlung nutzen und sind zu beliebigen Zeitpunkten ein­ setzbar. - Selbst umweltbewusste Personen bedenken kaum die relativen Wirkungshier­ archien zwischen den vielfach zitierten „drei Säulen der Nachhaltigkeit“. Die Erhaltung ökologischer Funktionen sichert die Lebensgrundlagen der mensch­ lichen Gesellschaft. Wird diese Basis langfristiger Entwicklung beispielsweise durch ungehemmte Ausdehnung von anthropogenen Nutzungsflächen zerstört, so ist es müßig über Zielerfüllungen in den beiden anderen „Säulen“ zu dis­ kutieren. Führen soziale Ungleichgewichte zu Hungersnöten oder Kriegen, so kommt die „ökonomische Nachhaltigkeit“ bestenfalls einer kleinen Gruppe von Personen zu gute. Umgekehrt bedarf es bestimmter ökonomischer Leis­ tungen zur Erhaltung gesellschaftlicher Ausgewogenheit, welche wiederum eine wichtige...

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