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Die Stiftung

Jahreshefte zum Stiftungswesen- 4. Jahrgang 2010

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Edited By Bernd Andrick, Gerd Hellmig, Axel Janitzki and Karlheinz Muscheler

Der Verein «Fundare e.V., Gemeinnütziger Verein zur Förderung des Stiftungswesens» hat es sich zum Ziel gesetzt, zu einer aufblühenden Stiftungskultur in Deutschland beizutragen. Dazu sollen insbesondere die wissenschaftlichen und praktischen Grundlagen des Stiftens erforscht werden. Der Erfüllung dieser Aufgabe dient die Zeitschrift «Die Stiftung – Jahreshefte zum Stiftungswesen». Sie beinhaltet in ihrer vierten Ausgabe vor allem die Vorträge, die auf dem von Fundare e.V. veranstalteten «4. Stiftungsrechtstag an der Ruhr-Universität Bochum» gehalten wurden. Darüber hinaus haben noch weitere Beiträge Aufnahme gefunden. Es werden nicht nur eingehend zivilrechtliche, sondern auch verwaltungs- und steuerrechtliche Problematiken des Stiftungsrechts beleuchtet. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der Unternehmensstiftung und ihrer Betätigung.

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Die Stiftung als eine (mögliche) Rechtsform für (öffentliche) Kultureinrichtungen – Beispiel Eisenach (REINHARD LORENZ)

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Die Stiftung als eine (mögliche) Rechtsform für (öffentliche) Kul- tureinrichtungen – Beispiel Eisenach REINHARD LORENZ * Gleich zu Anfang ein Geständnis: Dieser Vortrag entpuppte sich mit zunehmen- der Erarbeitung als ein Wagnis. Warum? Zum einen ist dies meine erste Rede vor einer ausschließlich und eingefleischten juristischen Zuhörerschaft. Zum anderen hat das allein mit der Ausgangsposition des Verfassers zu tun. Diese sei kurz vorangestellt: Bis 1989 spielte der Begriff „Stiftung“ für diesen weder im juristischen, gesellschaftlichen, noch im kulturellen Sinn eine bedeutsame Rolle. Der Grund dafür ist einfach: Wie in jeder Diktatur, so auch in der DDR, waren Stiftungsgründungen juristisch nicht vorgesehen, ja verboten. Die Kraft von Bürgersinn und damit verbundener Phantasie sollten in andere Richtungen ge- lenkt werden. Der beschrittene Weg ging vom Ich zum Wir. Im besten Fall überdauerten Stiftungen die sozialistische Ära als „soziales Museum“, wie bei- spielsweise die 1922 als Stiftung öffentlichen Rechts gegründete Wartburg- Stiftung. Letztere ist heute Eisenachs bekannteste kulturelle Stiftung und ragt aus inzwischen mehr als einem halben Hundert von Stiftungen unterschiedlichs- ter Facetten heraus. Seinerzeit jedoch blieb dem Suchenden in der ostdeutschen Provinz kaum mehr Möglichkeitssinn, als über „eine individuelle Lebensweise in einer autori- tären Gesellschaft“ (William S. Burroughs) nachzudenken. Dass diese Suche mehr als drei Jahrzehnte später, die einengende Mauer war inzwischen zum Ein- stürzen gebracht worden, in die Gründung einer eigenen Stiftung mündete, mag zwangsläufig erscheinen. Doch dazu später mehr. Zunächst einige Worte zu...

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