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Religion und Sprache- Religion and Language

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Marietta Calderón Tichy and Georg Marko

Die Beiträge dieses Buches untersuchen verschiedene Fragestellungen zu religiösen Bezügen in nicht-religiöser Sprache, etwa in Redewendungen, Ortsnamen, Ökonomie-Diskursen oder politischer Rhetorik, und zu nicht-(nur-)religiösen Konstruktionen in religiöser Sprache, etwa in Gebeten und anderen sakralen Texten, Ritualen oder religiösen Traktaten. Dabei werden unterschiedliche linguistische Methoden angewandt, von der Diskursanalyse bis zur Onomastik, von der Soziolinguistik bis zur Metaphernanalyse. In vielen Aufsätzen wird interdisziplinär gearbeitet, etwa mit Input aus Bereichen wie der Literaturwissenschaft oder der Geschichtsforschung. Die untersuchten Daten stammen aus verschiedenen Sprachen, darunter Aramäisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Französisch, Hebräisch, Italienisch, Katalanisch, Kroatisch, Latein, Portugiesisch, Sefardisch und Spanisch.

The contributions to this book explore various questions concerning religious aspects and references in non-religious language, whether in idioms, place names, economic discourses or political rhetoric, and non-religious (among other) aspects and references in religious language, whether in prayers, sacred texts, rituals and religious treatises. The research presented applies a variety of methods, ranging from discourse analysis to onomastics, from sociolinguistics to metaphor analysis. The data come from languages such as Aramaic, Bosnian, German, English, French, Hebrew, Italian, Catalan, Croatian, Latin, Portuguese, Ladino and Spanish.

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Religiöses in slawischen und deutschen Ortsnamen. Eine kontrastive Untersuchung (Joern-Martin Becker)

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Joern-Martin Becker Religiöses in slawischen und deutschen Ortsnamen Eine kontrastive Untersuchung Die meisten europäischen Ortsnamen (im Folgenden: ON) mit einem religiösen Hintergrund haben etwas mit der christlichen Kirchenge- schichte zu tun, davon haben allerdings die wenigsten religiöse Inhalte. Folgende Beispiele mit Bestimmungs- und Grundwörtern (im Folgenden: Bw. bzw. Gw.) aus der christlichen Terminologie zeigen, dass diese Aussage kein Widerspruch ist: Bischofswerda, Heiligenstadt, Herrg.ottsweiler, Kirchzarten, Klosterdorf, Marienheim, Mönchgut, Pfaffenhofen; Abtei, Altenkirchen, Chamzell, München, Münster, Neukloster, St. Goar, Weihenstephan. Viele der Bw. und Gw. in den mittelalterlichen ON, die einen Bezug zum Christentum haben, bezeichnen vor allem Gebäude, Institutionen und Personen, zeigen demnach Weg oder Besitz an. In diesem Beitrag soll es jedoch um den Transfer religiöser Vorstellungen mit den sprachlichen Mitteln der Benennung von Orten gehen, und das in einer vormodernen Kultur, von der nur wenige Dokumente, zumal mit religiös-mythischen Inhalten, erhalten sind. Grundsätzlich kann Religiosität durchaus in Toponymen dargestellt werden, so etwa indem Örtlichkeiten unter Heranziehung von Hinweisen auf positive und heilige Kultstätten oder auf negative, als unrein oder gefährlich angesehene Gegebenheiten (z.B. ehemalige Tabuorte) identifiziert werden. Sie kann zudem als bewusste und symbolische Benennung von bestimmten religiösen Zwecken dienenden Gebäudekomplexen, wie z.B. Klöstern, konstruiert werden. So erhielt im 18. Jahrhundert eine sächsische Brüdergemeinde den Namen Herrnhut, was dazu diente, einem bestimmten Wunsch für diesen Ort ein klares Symbol zu geben. Auch viele spätmittelalterliche und neuzeitliche Um- deutungen,...

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