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Identitätsdiskurs im deutsch-jüdischen Dialog

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Edited By Norbert Honsza and Przemysław Sznurkowski

Die Autoren erweitern mit diesem Buch die seit vielen Jahren geführte Debatte um die deutsch-jüdische Identität. In den letzten Jahren sind neue Forschungsansätze mit Nuancen und neuen Hypothesen entstanden. Die Publikation soll den seit vielen Jahren dauernden Diskurs zum Thema «Juden im deutschen Kulturraum» fortsetzen. Das Buch führt die Untersuchungen innerhalb dieser Publikationsreihe weiter und zeigt sowohl die Kontinuität als auch die Diskontinuität im deutsch-jüdischen Dialog auf.

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Kann der jiddische Witz verdeutscht werden? Sigmund Freud und Salcia Landmann (Jakob Hessing)

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Jakob Hessing Hebrew University of Jerusalem Kann der jiddische Witz verdeutscht werden? Sigmund Freud und Salcia Landmann Die Rezeption jiddischer Witze in der deutschen Sprache beleuchtet einen proble- matischen Aspekt des deutsch-jüdischen Verhältnisses. An paradigmatischen Witzen wird gezeigt, wie sie sich in ihren jiddischen und deutschen Fassungen voneinander unterscheiden. Schlüsselwörter: Jiddisch, Judenwitz, Schnorrer, Sigmund Freud, Salcia Landmann I In der Spannung zwischen dem Deutschen und dem Jiddischen wird ein Aspekt der Tragik sichtbar, die der Geschichte des deutschen Judentums anhaftet. Ur- sprünglich ist das Jiddische an den Ufern des Rheins aus dem Mittelhochdeut- schen entstanden,1 dann mussten die Juden nach Osten fliehen und nahmen ihre Sprache mit. Losgelöst vom deutschen Mutterboden ging sie andere Wege, die beiden Sprachen entfernten sich voneinander, doch ihre Verwandtschaft ist auch heute noch unverkennbar. Als die Juden seit dem 18. Jahrhundert wieder in den deutschen Kulturraum zurückzukehren begannen, belastete gerade diese Nähe das Verhältnis der beiden Sprachen. Nicht nur die Deutschen standen dem Jiddischen abschätzig gegenüber, auch die Juden selbst suchten sich mit dem Eintritt in die deutsche Kultur und in die Moderne ihres linguistischen Erbes zu entledigen. Schon Moses Mendelssohn (1729–1786) führte einen zweifachen Kampf gegen das Jiddische. Als Philosoph der deutschen Aufklärung legte er den Juden Berlins das Deutsche ans Herz; als Vordenker der jüdischen Aufklärung, der Haskalah, hielt er die Juden im Osten 1 Mit Jiddisch wird im Folgenden die Sprache der Juden im osteurop...

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