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Philosophie der Kultur- und Wissensformen

Ernst Cassirer neu lesen

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Edited By Tobias Endres, Pellegrino Favuzzi and Timo Klattenhoff

Das Potenzial der Philosophie Ernst Cassirers ist keinesfalls erschöpft, sondern vielmehr in systematischer, transdisziplinärer und gesellschaftlich relevanter Perspektive anschlussfähig, um Fragestellungen der Gegenwartsphilosophie und der Wissenschaften zu begegnen. Die Cassirer-Rezeption befindet sich in dieser Hinsicht an der Schwelle des Eintritts in eine neue Phase, die im Lichte eines ‚Neulesens‘ sowie einer zunehmend globalen Vernetzung betrachtet werden kann. Von der Wissensforschung und Wahrnehmungstheorie über neue Gebiete symbolischer Formung wie Film, Geld und Virtualität bis zum spannungsreichen Verhältnis zwischen Demokratie und Mythos: Die Beiträge des Bandes verstehen sich als Aktualisierung von Cassirers Philosophie der Kultur- und Wissensformen im 21. Jahrhundert.

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Symbolische Formen als Wissensformen? (Christian Möckel)

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Christian Möckel Symbolische Formen als Wissensformen? Abstract: The article examines the programmatic question of whether symbolic forms can be addressed as forms of knowledge� This question is motivated by a comparison of Cassirer’s, Husserl’s, and particularly Schelers’ philosophy, which shows some still to explore overlappings with Cassirer’s reflections on cultural structures and ‚orders of life‘� Considering the semantic change throughout Cassirer’s works, an analysis of the concept ‚form of knowledge‘ reflects Cassirer’s lifelong endeavour to develop an understanding of human knowledge that is connected to the individual sciences as well as to the openness to all kinds of cultural experiences� 1. Der Begriff des Wissens – im Unterschied zum Glauben, Meinen oder Nichtwissen – ist nicht nur ein zentraler Terminus einer jeden philosophischen Erkenntnistheorie, sondern einer jeden philosophischen Theorie überhaupt� Edmund Husserl z� B�, auf den sich Ernst Cassirer gern und häufig bezieht,1 bindet den Wissens- bzw� den für ihn gleichbedeutenden Erkenntnisbegriff in den Prolegomena zur reinen Logik (1900) eng an den Terminus der Wissenschaft und verbindet dies mit seiner phänomenologischen Wahrheitslehre: „Im Wissen besitzen wir die Wahrheit!“ Die Wahrheit wiederum beruhe als ‚absolute‘ auf der Evidenz, auf dem „unmittelbaren Innewerden“ dessen, „daß ein gewisser Sachverhalt besteht oder nicht besteht“� Dies vorausgesetzt kann Husserl formulieren: „[S]oweit die Evidenz reicht, so weit reicht auch der Begriff des Wissens“2� In etwas anderer, aber ebenfalls grundsätzlicher Wei- se ist auch die Philosophie Ernst Cassirers auf den Wissens- bzw� Erkenntnisbegriff gerichtet� Davon zeugt nicht zuletzt der vielfältige...

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