Show Less

Philosophie der Kultur- und Wissensformen

Ernst Cassirer neu lesen

Series:

Edited By Tobias Endres, Pellegrino Favuzzi and Timo Klattenhoff

Das Potenzial der Philosophie Ernst Cassirers ist keinesfalls erschöpft, sondern vielmehr in systematischer, transdisziplinärer und gesellschaftlich relevanter Perspektive anschlussfähig, um Fragestellungen der Gegenwartsphilosophie und der Wissenschaften zu begegnen. Die Cassirer-Rezeption befindet sich in dieser Hinsicht an der Schwelle des Eintritts in eine neue Phase, die im Lichte eines ‚Neulesens‘ sowie einer zunehmend globalen Vernetzung betrachtet werden kann. Von der Wissensforschung und Wahrnehmungstheorie über neue Gebiete symbolischer Formung wie Film, Geld und Virtualität bis zum spannungsreichen Verhältnis zwischen Demokratie und Mythos: Die Beiträge des Bandes verstehen sich als Aktualisierung von Cassirers Philosophie der Kultur- und Wissensformen im 21. Jahrhundert.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

Die Philosophie der symbolischen Formen als Phänomenologie der Wahrnehmung (Tobias Endres)

Extract

Tobias Endres Die Philosophie der symbolischen Formen als Phänomenologie der Wahrnehmung Abstract: This paper discusses the idea of how the Philosophy of Symbolic Forms – originally designed in toto as a phenomenology of knowledge – can be read as a phenomenology of perception� It argues, both exegetically and systematically, that Cassirer based his most important work on ideas about the philosophy of perception� Viewed in this light, Cassirer appears not just as a forerunner of Merleau-Ponty’s philosophy, but as a profound thinker of an integrative theory of perceptual experience� Gemeinhin wird die Idee einer Phänomenologie der Wahrnehmung dem französi- schen Philosophen Maurice Merleau-Ponty zugeschrieben, der 1945 sein ebenso betiteltes Früh- wie Hauptwerk im Verlag Gallimard (Paris) publizierte�1 Weniger bekannt ist, dass Ernst Cassirer schon 1929 mit Erscheinen des dritten Bandes seiner Philosophie der symbolischen Formen auf diese Terminologie zurückgreift�2 Sie beide beziehen sich letztlich auf Wilhelm Schapp, der bereits 1910 mit seinen Beiträgen zur Phänomenologie der Wahrnehmung prominent bei Edmund Husserl promovierte�3 Während Schapp und Merleau-Ponty als Wegbereiter einer Phä- nomenologie der Wahrnehmung in die Geschichte der Philosophie eingingen, ordnete man Cassirer lange Zeit in erster Linie dem Neukantianismus zu� Die in den achtziger Jahren einsetzende Cassirer-Renaissance hat dann zwar insbe- sondere Cassirers originelle Beiträge zur Sprach-, Kunst- und Kulturphilosophie gewürdigt, als Wahrnehmungstheoretiker phänomenologischer Provenienz wurde er bislang jedoch nicht ausreichend berücksichtigt�4 1 Vgl� Merleau-Ponty, Maurice: Phénoménologie de la perception, Gallimard: Paris 1945...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.