Show Less

Die Ausschüttungspolitik europäischer Unternehmen

Eine empirische Untersuchung

Series:

David Müller

David Müller untersucht in seinem Buch die Ausschüttungspolitik börsennotierter Unternehmen der Länder Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien und Spanien. Nach einer Aufarbeitung grundlegender Literatur aus Theorie und Empirie beschreibt der Autor zunächst die Entwicklung der Ausschüttungspolitik im Zeitraum von 1990 bis 2009. Daran anschließend stellt er dar, wie die Entwicklung der Ausschüttungspolitik, insbesondere die vermehrte Durchführung von Aktienrückkäufen, zu erklären ist. Er geht der Frage nach, ob Dividenden Aktienrückkäufe ersetzen, und analysiert, inwiefern eine Eigentümerorientierung der Ausschüttungspolitik gegeben ist. Hierbei finden Agency-theoretische Aspekte eine besondere Berücksichtigung.

Prices

Show Summary Details
Restricted access

1. Einleitung

Extract

1.1 Problemstellung und Zielsetzung Ein Unternehmen hat jährlich zu entscheiden, wie der im Geschäftsjahr erwirt- schaftete verfügbare Überschuss beziehungsweise (bzw.) Free-Cash-Flow (FCF) verwendet wird. Möglichkeiten der Verwendung bestehen in der Investition, der Veränderung der Kapitalstruktur – zum Beispiel (z.B.) durch den Aufbau liquider Mittel oder der Tilgung bestehender Darlehen – und der Ausschüttung an die Ei- gentümer. Über den Kapitalmarkt kann der verfügbare Überschuss um zusätzliches Kapital erweitert werden, um es für Ausschüttungs- oder Investitionszwecke zur Verfügung zu stellen bzw. bestehende Finanzierungslücken zu schließen. Die Aus- schüttungs-, Investitions- und Finanzierungsentscheidungen sind demnach eng miteinander verknüpft.1 Im Hinblick auf die Relevanz der Ausschüttungspolitik sind deshalb die Interdependenzen zu Investitions- und Finanzierungspolitik von hoher Bedeutung. Die Irrelevanz der Ausschüttungsentscheidung schien bereits 1961 durch Miller/ Modigliani geklärt, die auf Grundlage ihres Irrelevanztheorems unterstellten, dass die Ausschüttungspolitik unter der Voraussetzung eines vollkommenen Kapital- marktes keinen Einfluss auf den Unternehmenswert hat. In der Realität werden aber die Annahmen des Irrelevanztheorems aufgrund der notwendigen Berücksichtigung von Steuern, Transaktionskosten, Informationsasymmetrien und Interessenkonflik- ten aufgehoben, wodurch es seine Gültigkeit verliert.2 Weil die soeben genannten Marktunvollkommenheiten die Ausschüttungsentscheidung maßgeblich beeinflus- sen, können sie als Entscheidungsfaktoren der Ausschüttungspolitik bezeichnet werden. Die diversen Entscheidungsfaktoren waren vor allem in der United States (US)-amerikanischen Literatur Grundlage unterschiedlicher Ansätze zur Erklärung der Ausschüttungspolitik: Das Irrelevanztheorem gilt, wie schon angesprochen, nur unter der Annahme eines vollst...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.