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Die Eickstedt-Sammlung aus Südindien

Differenzierte Wahrnehmungen kolonialer Fotografien und Objekte

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Katja Müller

Das Buch nimmt die Eickstedt-Sammlung aus Südindien zum Ausgangspunkt und verbindet ethnologische Forschung im Museum mit postkolonialer Kritik an der Aneignung von Objekten und Fotografien. Dabei vermittelt die Sammlung als ethnohistorische Quellen ein Bild der Gesellschaft Südindiens in den 1920er-Jahren. Gleichzeitig stellt sich die Frage nach «anderen» Wahrnehmungen: Wer stand mit welcher Intension hinter der Kamera? Und wie interpretiert man die Fotografien und Objekte im heutigen Südindien? Katja Müller stellt verschiedene Narrative aus Indien und Deutschland nebeneinander und macht damit deutlich, welche theoretischen Zusammenhänge und praktischen Machtstrukturen zwischen Objekten, Fotografien und menschlichen Akteuren damals wie heute bestehen.

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5. Fotografieanalyse

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‘Cultures’ do not hold still for their portraits� Att- empts to make them do so always involve simpli- fication and exclusion, including the ‘selection of a temporal focus’� (Pinney 2011: 108) Die Fotografieanalyse der Eickstedt Sammlung geht ähnlich der Objektanalyse vor� Die Interpretation der Fotografien geschieht unter denselben Bezugspunk- ten: Zum einen sind die Person des Fotografen und dessen Arbeitsweisen, die in den vorangegangenen Kapiteln bereits ausgeführt wurden, von Bedeutung� Sie wirken sich determinierend sowohl auf die Form als auch auf den Inhalt der Fotografien aus� Dementsprechend achtet die Fotografieanalyse hier auf die Einflüsse, Intentionen und Wirkweisen, die sich durch Eickstedt für die foto- grafische Sammlung ergeben, und stellt Kausalzusammenhänge her� Es werden aus den Fotografien Rückschlüsse auf den Fotografen gezogen, ebenso wie der Fotograf den Hintergrund für eine Interpretation der Fotografien darstellt� Die Fotografieanalyse trägt somit der Aussage Rechnung, dass Fotografien immer ein Konstruktionsmoment innewohnt, welches den Wahrheitsgehalt und die realitätsgetreue Aussagekraft einer fotografischen Aufnahme unterläuft, auch wenn sie, wie im vorliegenden Falle, aus dem Bereich der dokumentarischen Fotografie stammen� Zum anderen erfolgt eine Interpretation, die die Fotografien in einen histori- schen Kontext einordnet� Die Fotografien werden ausdrücklich als Dokumente aus Nordmalabar verstanden, welche im Jahr 1928 durch Eickstedt angefertigt wurden� Die Konstruktionsmacht Eickstedts nicht verneinend wird sie hier doch zumindest so weit ausgeklammert, wie dies für die Interpretation der Fotogra- fien als ethnohistorische Quellen notwendig ist� Das Zusammenspiel anderer Quellen, die über die damaligen politischen und...

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