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Literaturlinguistik – philologische Brückenschläge

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Edited By Jochen A. Bär, Jana-Katharina Mende and Pamela Steen

Der Sammelband verbindet die seit Jahrzehnten konzeptionell und teilweise auch institutionell getrennten Bereiche des Fachs Germanistik: Sprachwissenschaft und Literaturwissenschaft. In 17 Beiträgen werden unterschiedliche thematische Bereiche, Fragestellungen und methodische Ansätze beleuchtet. Textlinguistik, Gesprächsanalyse, Dialektologie, Diskurssemantik und Bildlinguistik werden mit literarischer Hermeneutik, Erzähltheorie, Motivanalyse und Vergleichender Literaturwissenschaft in Beziehung gesetzt. Daraus ergibt sich das Plädoyer für eine neue Philologie, in der die Erkenntnisse beider Teildisziplinen des Fachs Germanistik wechselseitig zur Kenntnis genommen und füreinander fruchtbar gemacht werden.

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„Männliche (Maul-)Helden“. Archetypische Identitätskonstruktion in Alltagserzählungen (Pamela Steen)

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Pamela Steen „Männliche (Maul-)Helden“. Archetypische Identitätskonstruktion in Alltagserzählungen 1. Einleitung Heldengeschichten sind so alt wie die Menschheit, weil der Mensch seit jeher einen Kampf ums Überleben führt. Mit den sich ändernden Lebensbedingungen ändern sich auch die Geschichten. Doch es scheint einen relativ festen, narrativen Kern zu geben: Meist sind es Männer, deren ruhmreiche Kämpfe als faktuale oder fiktionale Geschichten erzählt und tradiert werden. In Ursprungsmythen treten übernatürlich starke Männer gegen Ungeheuer an, in mittelalterlichen Artusro- manen brechen mutige Ritter zum Kampf um Herrschaft und Heil auf, in der Moderne müssen sich Abenteurer wie Indiana Jones gegen die Nazis wehren, im Heldencomic besitzen Batman und Superman, wie in den alten Mythen, wieder übernatürliche Kräfte. Helden sind auch in der übrigen Kulturindustrie uner- lässlich: in der Werbung („So duschen Helden“), in Computerspielen („Duke Nukem“), in Fernsehsendungen („Und plötzlich war ich ein Held“). Schließlich werden diese allgegenwärtigen Heldengeschichten in umlaufenden Witzen iro- nisch gebrochen, indem zum Beispiel Darsteller von Actionfilmen wie Chuck Norris unglaubliche Taten vollbringen („Chuck Norris hat bis Unendlich gezählt – zweimal“). Das sind nur einige Beispiele, die verdeutlichen, dass es Helden immer schon gab und vermutlich auch immer geben wird. Die Welt braucht Helden, oder wie Willems (1998, 321) es ausdrückt: „Das Heldentum ist nicht totzukriegen“: „Helden jedweder Gestalt, zeitgemäße und unzeitgemäße, Helden der Faust, der Stirn und des Herzens, strahlende und gebrochene Helden, Sieger und Märtyrer, Helden des...

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