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Sterben, Tod und Trauer im Bilderbuch seit 1945

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Margarete Hopp

Die Studie befasst sich mit dem Erzählen vom Tod im Bilderbuch in historischer und gattungstheoretischer Perspektive und bildet anhand eines Textkorpus’ von 287 deutschen bzw. ins Deutsche übersetzten Titeln die Entwicklung von 1945 bis 2011 ab. Entwickelt wird ein narratologisches Modell der Bilderbuchanalyse, das unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten der Sterbeforschung in den Einzelanalysen zur Anwendung kommt. Die Untersuchung fächert ein breites Spektrum von Motiven, von realistischen und phantastischen, religiösen und philosophischen Darstellungskonzepten auf. Eine besondere Rolle spielen Bilderbücher über das Sterben und den Tod von Kindern und die daran nachgewiesene Subgattung des psychologischen Bilderbuchs.

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VII. Das Sterben von Kindern im Bilderbuch

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243 VII. Das Sterben von Kindern im Bilderbuch Dieses Textkorpus versammelt alle aufgefundenen Texte, die die Möglichkeit des kindlichen Sterbens und damit die Universalität des Todes implizit wie expli- zit thematisieren. Im Anschluss an eine mehr quantitativ ausgelegte Kategori- sierung werden qualitative Analysen anhand des im Kapitel V.2.3 vorgestellten thanatologisch-diskursanalytischen Ansatzes auf der Basis des narratologischen Bilderbuchmodells (s. Kap. III) durchgeführt und die Ergebnisse mit den For- schungshypothesen, die hier zur Verdeutlichung nochmals aufgeführt werden, abgeglichen. 1. Kindern wird eine gleichberechtigte und gleichzeitig spezifische Teilhabe an Todesgeschehen und Trauerprozessen zugebilligt, die sich insbesondere in der Auseinandersetzung mit dem Kindertod und ihren erzähltechnischen Darstellungsformen zeigt. 2. Die besondere Problematik des Geschwisterverlusts wird nur selten aufgegriffen. Folgende Leitfragen sind damit verbunden: In welchem Umfang und mit welcher Qualität bzw. Authentizität wird die Pro- blematik des Todes und der Trauer im kindlichen Alter angesprochen und welche Funktionen sind damit verbunden? In welchem Maße werden Kinderfragen, belas- tende Aspekte und negative Gefühle zugelassen? Welche Dimensionen eines kog- nitiven Todeskonzepts sind ausgeprägt? Wie wird die kindliche Perspektive auf den eigenen Tod, der Umgang mit einer eigenen, krankheitsbedingten Todesgewissheit dargestellt? Welche funktionale Bedeutung hat in diesem Zusammenhang insbe- sondere die Erzählperspektive? In welcher Form ist Emotionalität auf der Bild- und auf der Textebene bzw. anhand der wechselseitigen Bezugnahme gestaltet? Inwieweit gehen die Bilderbücher auf die besondere, aus der Thanatopsychologie bekannte Problematik kindlicher Trauerprozesse beim Verlust von Geschwistern oder Gleichaltrigen ein? Spielen negative Gef...

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