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Sterben, Tod und Trauer im Bilderbuch seit 1945

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Margarete Hopp

Die Studie befasst sich mit dem Erzählen vom Tod im Bilderbuch in historischer und gattungstheoretischer Perspektive und bildet anhand eines Textkorpus’ von 287 deutschen bzw. ins Deutsche übersetzten Titeln die Entwicklung von 1945 bis 2011 ab. Entwickelt wird ein narratologisches Modell der Bilderbuchanalyse, das unter Berücksichtigung von Erfahrungswerten der Sterbeforschung in den Einzelanalysen zur Anwendung kommt. Die Untersuchung fächert ein breites Spektrum von Motiven, von realistischen und phantastischen, religiösen und philosophischen Darstellungskonzepten auf. Eine besondere Rolle spielen Bilderbücher über das Sterben und den Tod von Kindern und die daran nachgewiesene Subgattung des psychologischen Bilderbuchs.

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VIII. Abschließendes Resümee und Ausblick

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329 VIII. Abschließendes Resümee und Ausblick Bilderbücher zum Thema Tod und Sterben werden verschiedensten Ansprü- chen gerecht: Sie bieten die Gelegenheit zur Auseinandersetzung mit eigenen Fragen und Fragen von Kindern, geben informative Hinweise auf biologische Zusammenhänge, präsentieren religiöse und säkularisierte Konzepte und zeigen verschiedene kommunikative Umgangsformen auf. Das Angebot ist in jüngster Vergangenheit facettenreicher, komplexer und anspruchsvoller geworden, beleg- bar an den deutlich philosophische Fragen anstoßenden Konzepten, die dem philosophischen Trend in der KJL, mit ausgelöst von Joostein Gaardners Lauras Stern (1993), folgen, und der gleichzeitigen Emotionalisierung der Sprach- und Bildebene, die sich unter anderem in der vermehrten Wahl der Ich-Perspektive in autodiegetischen Erzählkonzepten und der Darstellung der physischen und psychischen Aspekte intensiv erlebter Sterbe- und Trauerprozesse ausdrückt. Es hat sich gezeigt, dass Schreckensbilder in den Bilderbüchern so gut wie keine Rolle spielen279, aber auch, dass etwa seit der Jahrtausendwende vermehrt Fragen und Befürchtungen, die eigene Sterblichkeit betreffend, Platz haben. Trostvolle Konzepte, die Kinder ernst nehmen und sich ihren Unsicherheiten stellen, stehen neben solchen, die negative Gefühle und zweifelnde Fragen völ- lig ausblenden. Die Feststellung von Ingun Spiecker-Verscharen (1982, 137ff.), die von ihr untersuchten Kinderbücher setzten in der Bearbeitung des Themas ein fortgeschrittenes Todesverständnis voraus, kann auch für das Bilderbuch der vergangenen 30 Jahre bestätigt werden. Todeskonzepte lassen sich an nur weni- gen Bilderbüchern vervollständigen: Die Universalität des Todes wird nur selten direkt angesprochen und die...

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