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Der Asyldiskurs in Deutschland

Eine medienlinguistische Untersuchung von Pressetexten, Onlineforen und Polit-Talkshows

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Maria Becker

Das Buch beschäftigt sich mit dem in den Jahren 2013 und 2014 in Deutschland geführten Asyldiskurs. Obwohl nur wenige Menschen in Deutschland direkten Kontakt zu Asylbewerbern haben, haben die meisten eine dezidierte Meinung zu Asylbewerberheimen, Asylbewerberzahlen oder dem Asylrecht. Dies lässt sich in erster Linie auf die Rezeption von Medieninhalten als meinungsprägende Instanzen zurückführen. Diesen sich in den Medien konstituierenden Asyldiskurs nimmt das Werk in den Blick. Durch die Kombination korpuslinguistischer und hermeneutischer Verfahren werden die Versuche der Diskursakteure, die im Asyldiskurs zentralen Konzepte Verantwortung, Angst und Fremdenfeindlichkeit verschiedentlich zu prägen und dominant zu setzen, analysiert. Dabei zeigt sich, dass die auf diese Konzepte verweisenden Ausdrücke durch ihren häufigen Gebrauch im Asyldiskurs ganz eigene Spezifika der Verwendung entwickeln und eingesetzt werden, um Prozesse der Wissensgenerierung und kollektive Einstellungen zu instruieren.

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4. Methodische Vorgehensweise: Linguistische Mediendiskursanalyse

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Im Folgenden soll die Methode der linguistischen Mediendiskursanalyse vorge- stellt werden, die ich für diese Arbeit gewählt habe. Dabei soll insbesondere auf die für diese charakteristische Kombination hermeneutischer und korpuslingu- istischer Vorgehensweisen eingegangen werden, mithilfe derer handlungsleiten- de Konzepte und agonale Zentren ermittelt werden können. 4.1 Zusammenspiel hermeneutischer und korpuslinguistischer Verfahren Ziel einer linguistischen Analyse medialer Diskurse ist es zu erarbeiten, auf wel- che Weise und mit welchen sprachlichen Mitteln medial konstituierte Sachver- halte und Diskursobjekte dargestellt und perspektiviert werden und wie zentrale Streitpunkte im Sinne konfligierender Geltungsansprüche von Wahrheitsaus- sagen (Felder 2012: 2) zwischen den Diskursakteuren sprachlich verhandelt werden. Es gilt also, sprachliche Strukturen zu ermitteln, die Diskursinhalte zu einem bestimmten Thema oder Ereignis hervorbringen und im Diskurs posi- tionieren (vgl. Vogel 2009: 33). Primär geht es also nicht – wie etwa bei sozial-, politik- oder geschichtswissenschaftlichen Analysen von Diskursphänomenen (vgl. Kapitel 2.2.1) – um die Ereignisse oder Themen selbst, sondern um die Sprache als deren Erscheinungsform. Um die einem Diskurs zugehörigen Texte einerseits in der Tiefe beleuchten zu können, andererseits aber auch den Gesamtdiskurs im Blick zu behalten und diskursive Muster herauszuarbeiten, bietet sich ein Wechsel zwischen quantita- tiven und qualitativen Analysen an, den ich auch dieser Arbeit zugrunde legen will: Dementsprechend sollen zunächst im Sinne eines corpus based approach durch die hermeneutische Lektüre von Texten aus dem Asyldiskurs Deutungs- ansätze generiert werden, die es anschließend durch den Einsatz computerge- stützter Verfahren zu objektivieren gilt (vgl....

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