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Mediation im Gesundheitswesen

Außergerichtliche Streitbeilegung bei Arzthaftungskonflikten

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Catharina Herzog

Mediation gewinnt an öffentlicher Aufmerksamkeit und damit an Bedeutung. Stetig werden neue Anwendungsbereiche erschlossen. Im Bereich des Arzthaftungsrechtes ist sie allerdings noch weitgehend unbekannt. Dieses Buch beschäftigt sich mit der Frage, ob Mediation auch in Arzt-Patient-Konflikten eine gleichwertige Streitbeilegungsmöglichkeit neben den gerichtlichen Verfahren sowie den Verfahren der Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Landesärztekammern sein kann. Im Fokus stehen dabei sowohl die theoretische Geeignetheit der Mediation im Bereich des Arzthaftungsrechtes als auch ihre praktischen Umsetzungschancen. Mit Hilfe dieser Erkenntnisse setzt sich die Autorin mit den Grenzen des Verfahrens und seinen Anwendungsmöglichkeiten eingehend auseinander.

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Einleitung

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Schlichten oder richten? Vor dieser Alternative stehen in der Gegenwart immer mehr Konfliktparteien. Nicht erst bei Klageeinreichung, sondern auch im Vorfeld wird ihre Aufmerksamkeit zunehmend auf Mediation als Streitbeilegungsmethode gelenkt. Die vielfältigen Hinweise auf die Möglichkeit zur Mediation anstelle ei- ner Klage, das stetig wachsende Mediationsangebot und auch die Einführung des Mediationsgesetzes verstärken den Eindruck, dass dem mediativen Verfahren eine immer bedeutendere Rolle beim Interessenausgleich zukommt. Verlässt die Jurisprudenz damit das Zeitalter der streitigen Auseinandersetzung? Bewegt sich die Rechtswissenschaft auf einen dialogischen und verständigenden Interessenausgleich zu? Ist die Streitlust der Bevölkerung am Ende oder ist sie in Zeiten überlasteter Gerichte gar zur Streitunlust geworden? So weit scheint die Ent- wicklung der Streitkultur und -praxis Deutschlands noch nicht vorangeschritten zu sein. Diese Annahme ergibt sich allein aus der noch immer hohen Inanspruchnahme des Gerichtswegs im Falle einer rechtlichen Auseinandersetzung. Fest steht jedoch: Die Mediation gewinnt an öffentlicher Aufmerksamkeit und damit an Bedeutung. Stetig werden neue Anwendungsbereiche erschlossen. Der Laie dürfte sich kaum des Eindrucks erwehren können, dass die Mediation als das „Allheilmittel“ zur Konfliktlösung beworben wird. Allheilmittel? Für jede Art von Konflikt? Diese Annahme dürfte zu weit gehen. Zunächst einmal ein ausgewogenes Verhältnis zwischen gerichtlicher und außergerichtlicher Streitbelegung zu erlan- gen, wäre jedoch ein erstrebenswertes Ziel. Und der Versuch einer Ausweitung des Anwendungsbereichs der Mediation auch auf nicht klassische Mediationsgebie- te könnte sich vor dem Hintergrund der steigenden Bedeutung dieses Verfahrens lohnen. Die vorliegende...

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